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Donnerstag, 09. September 2010, 23:18 Uhr

Ehrlich und anständig

Querdenker
von Josef Stingl
Am Sonntag werden - außer in den Gemeinden Innsbruck, Reith b. Seefeld und Ischgl - in allen Tiroler Gemeinden Gemeinderat und Bürgermeister neu gewählt.
In 62 der 276 betroffenen Gemeinden tritt auch jene Partei an, die sich gerne als Heimatpartei der „Fleißigen“, der „Ehrlichen“ und der „Anständigen“ bezeichnet. Ihrem Führer in Wien war diese Zahl jedoch anfänglich zu wenig gewesen. Er wollte nämlich mindestens 100 Kandidaturen bei diesen Wahlen. So musste er aber schließlich zur Kenntnis nehmen, dass Tirol eben „anders“ ist: Denn sogar diese 62 erforderten schon eine „anständige“ Portion an „fleißige“ Mühewaltung mit einem Schuss „Ehrlichkeit“ eigener Art!

In Telfs beispielsweise ging plötzlich Yilmaz Yunus Emre auf Platz zehn Liste der „Telfer Blauen“ ins Rennen um ein Gemeinderatsmandat. Dem türkischstämmigen Gemeindemitglied wurde ohne sein Wissen im Zuge seiner Unterstützungserklärung auch eine Zustimmung zur Kandidatur untergejubelt.

In Schwaz wiederum fielen bei der Durchsicht der Unterstützungserklärungen für die Gemeinderatswahl der FPÖ sieben sehr ähnliche Unterschriften auf. Nach einer genauen Prüfung durch die Gemeindewahlbehörde musste Listenführer Edi Rieger schließlich eingestehen, dass die Unterschriften von den betreffenden Personen NICHT geleistet wurden. Eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ist die Folge.

Auch in Reutte gibt es für die FPÖ eine unangenehme „Überraschung“: Der Reuttener Rechtsanwalt Gerhard Mader bringt jetzt eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen Unterschriftenfälschung ein. Sein Mandant war vor einigen Wochen gefragt worden, ob er für die Liste der Freiheitlichen eine Unterstützungserklärung abgeben möchte. Der Reuttener lehnte dies strikt ab. Als er einige Tage später aufgefordert wurde, auf das Gemeindeamt zu kommen, weil man „seine Schrift“ auf dem FPÖ-Papier nicht lesen könne, fiel er natürlich aus allen Wolken.

Glück hat Strache allerdings mit dem sozialdemokratischen Nationalrat Josef Auer: Auf seiner Gemeinderatsliste in Radfeld kandidieren nämlich auch zwei FPÖler. Für Auer stellt dies allerdings kein Problem dar! „Er habe da keinerlei Berührungsängste“. Sie seien ja „rechtschaffene Leute“ und „schließlich gehe es ja um keine Nationalrats- und Landtagswahl“...und „bei Gemeinderatswahlen hätte Parteipolitik nichts verloren“. ...„und außerdem würden die zwei FPler sein Vertrauen genießen.“

Ehrlich und anständig | 3 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
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Ehrlich und anständig
Autor: robin am Freitag, 12. März 2010, 09:07 Uhr
Eigentlich stellen diese Vorfälle bei genauerem Hinsehen eine kleine Sensation dar !

Die FPÖ rückt hier nämlich von ihren permanent nationalistischen Predigtinhalten ab, und hat sich in diesen Fällen zu einem Kulturimport entschieden, der aus jenen Ländern stammt, deren Einwohner sie ansonsten eher aus einem verächtlichen Blickwinkel betrachten !

Jetzt gilt es natürlich zu hoffen, dass sie auch noch die positiven Seiten dieser "Ausländer" erkennen - und lernen umzusetzen!
So zum Beispiel eine EHRLICHE innere Haltung zur Demokratie...

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robin
Ehrlich und anständig
Autor: Josef Stingl am Dienstag, 16. März 2010, 08:12 Uhr
Und auch in Reutte waren offensichtlich die "Anständigen" aktiv. Dort wird die Staatsanwalt aktiv, weil sich eine belgische Staatsbürgerin ohne ihrer Zustimmung auf der Liste der FPÖ wiederfand.
Ehrlich und anständig
Autor: Anonymous am Mittwoch, 17. März 2010, 17:45 Uhr
Ja, ja das sind die sogenannten Sozialdemokraten.......sie haben mit nichts und niemanden ein Problem, wenn sie nur ihre Pfründe behalten dürfen!