Beschäftigte im Gastgewerbe haben in Tirol und Kärnten das Nachsehen
Während die Arbeitgeberseite im Handel einem Sonderkollektivvertrag für die Sonntagsöffnung während der EM zugestimmt hat und die Gewerkschaft vida auch für die befristet Beschäftigten im Sicherheitsdienst einen Sonderkollektivvertrag für Veranstaltungsdienste abschließen konnte, kommt von der Sparte Tourismus in der WKÖ ein klares Njet zu einem Sonderkollektivvertrag. In diesem sollten nach den Plänen der Gewerkschaft vida die Überstundenabgeltung, Nachtarbeitszuschläge sowie Heimfahrtsmöglichkeiten geregelt und die Wahlfreiheit der ArbeitnehmerInnen gewährleistet werden. "Nachdem die Arbeitgeberseite für die Sondersituation der EM Sonderregelungen verweigert, wäre es nur logisch, dass auch die Landeshauptleute eine Änderung der Sperrstundenregelung unterlassen. Doch in Kärnten und Tirol gibt es seitens der Landeshauptleute offenbar kein Interesse an Fairplay im Umgang mit den EM-Beschäftigten", so Haberzettl.
Empört ist Haberzettl darüber, dass in Tirol Noch-AK-Präsident Fritz Dinkhauser der Aufhebung der Sperrstunde zugestimmt hat. Die Gewerkschaft vida war in die Gespräche nicht eingebunden. "Auch Herr Dinkhauser hat eine Landtagswahl zu schlagen. In der EM-Euphorie hat er auf die Interessen der Beschäftigten im Gastgewerbe aber glatt vergessen. Die ArbeitnehmerInnen könnten sich bei ihrer Stimmabgabe bei der Tirol-Wahl am 8. Juni daran erinnern", warnt Haberzettl. Für Tirol wird die Kundmachung der Verordnung zu der Sperrzeitenänderung für die nächsten Tage erwartet. Geplant ist - laut Medienberichten - dass die Sperrstunde für die drei Spieltage in Innsbruck für das gesamte Bundesland vollständig aufgehoben wird. In Kärnten sieht der Letztentwurf der Verordnung die Verkürzung der Sperrstunde für die gesamte Dauer der EM vor. Demnach soll in ganz Kärnten für die drei Wochen der EM ein Offenhalten der Lokale bis 4 Uhr Früh und wieder ab 6 Uhr Früh erlaubt werden.