JUSOS Tirol starten Frauenkampagne "Ich muss gar nichts!"

Montag, 05. Mai 2008, 14:33 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

JUSOS fordern Initiativen gegen Essstörungen, Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein in Landeskliniken und kostenlose Verhütungsmittel


Im Rahmen der Landtagskampagne der Jungen SozialistInnen Tirol, setzten die JUSOS heute mit einer Auftaktaktion vor dem Innsbrucker Landesmuseum unter dem Motto "Lieber die Nase im Kebap, als den Finger im Hals!" den Startschuss für die Kampagnenaktionstage in Tirol. Die Kampagne "Ich muss gar nichts!" hinterfragt Rollenbilder von Frauen in unserer Gesellschaft und setzt sich unter anderem auch mit dem Thema Frauengesundheit auseinander. Die Auftaktaktion selbst stellt den durch Medien und Werbung verursachten Schönheitswahn im Zusammenhang mit Essstörungen kritisch zur Debatte.

Marko Miloradovic, Vorsitzender der JUSOS Tirol, fordert öffentliche Aufklärung, mehr Geld für Beratungsstellen und Studien zum Thema Essstörungen: "Der Großteil aller Frauen will abnehmen, dabei sind nur 16 % aus medizinischer Sicht zu dick. Österreichweit ist die Zahl der stationären Spitalsaufenthalte aufgrund von Essstörungen seit Anfang der 1990er kontinuierlich gestiegen. Wir benötigen hier fundierte Zahlen und Fakten sowie eine aktive Gegensteuerung zu einem gesundheitsschädigenden Schönheitswahn." Flora Schneider, Frauensprecherin der JUSOS, fordert außerdem eine Auseinandersetzung mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch in Tirol: "Schwangerschaftsabbrüche müssen auf Krankenschein auf allen Kliniken möglich sein. Bis jetzt sind Frauen, die einen Abbruch vornehmen wollen, dazu genötigt, nach Salzburg, Wien oder Deutschland auszuweichen. Es ist inakzeptabel, dass 34 Jahre nach Einführung der Fristenregelung in Österreich, hier Frauen noch immer geografische und finanzielle Barrieren überwinden müssen. Schätzungen zufolge - auch hier ist die Datenlage dürftig - betrifft das 1000 bis 2000 Frauen jährlich. Zudem benötigen wir eine kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln und die anonyme und kostenlose Abgabe der Pille danach."

Abschließend stellt Schneider klar, dass Frauen sich trotz ihrer allgegenwärtigen Präsenz nicht vorherrschenden gesellschaftlichen Rollenklischees fügen müssen: "Auch wenn uns noch so vehement eingeredet wird, dass wir so sein müssen, wie uns Männer haben wollen: Wir müssen gar nichts!"

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