Eklat bei Platter-Auftritt, Werben für Bleiberecht

Dienstag, 08. April 2008, 18:09 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

STEFFEN ARORA (Die Presse) - Die Innsbruck-Premiere der Wanderausstellung „integration on tour“ des Innenministeriums verlief schwierig.


Innsbruck. Nun gut, das Wetter hat nicht mitgespielt: Am späten Montagvormittag herrschten am Innsbrucker Marktplatz tiefwinterliche Verhältnisse. Zu allem Überfluss wurde der „Integrations-Truck“, ein großer Sattelschlepper mit Bühne, auch noch vom „Hörgeräte-Truck“ der Firma Siemens, ein noch größerer Sattelschlepper, zugeparkt.

Das heißt, wer die Roadshow für ein besseres Zusammenleben sehen wollte, musste nicht nur wetterfest sein, sondern im dichten Schneetreiben auch noch den Weg hinter den Siemenslastwagen finden.

Skurrile Eröffnung

Wer den Weg fand, wurde mit einer skurrilen Darbietung belohnt. Um zwölf Uhr begann die offizielle Eröffnung durch Innenminister Günther Platter (VP) und den Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (VP). Als Bühnenhintergrund diente eine Innsbrucker Schulklasse – „wir sind nicht freiwillig hier, wir mussten kommen“, meinte ein Schüler.

Zudem drängten sich neben der Politprominenz auch Vertreter verschiedener Migrantenvereine und –initiativen am Podium des Integrations-Truck.

Just als Innenminister Günther Platter das Wort ergriff, störten jedoch Aktivisten der „Plattform Bleiberecht“ die „Roadshow“. Sie platzierten Stühle und einen Tisch vor der Bühne, die mit Slogans wie „Wo ist Arigona?“ geschmückt waren. Das passt bei einer Integrationsshow des Innenministeriums so gar nicht ins Bild.

Die Veranstalter „lösten“ die peinliche Situation auf ihre Weise indem sich das gesamte Podium kurzerhand vom – spärlich vorhandenen – Publikum abwandte. So hielten die Honoratioren ihre Reden und drehten dabei den Besuchern die Rücken zu.

„Vielleicht“, monierte einer der auf diese Art Ausgeschlossenen, „soll das jetzt zeigen, wie sich Ausgrenzung anfühlt.“ Für weitere Belustigung unter den Teilnehmern sorgten die Versuche einiger älterer Damen, zwischen den Beinen der Abschirmer hindurch doch noch einen Blick auf den Tiroler Minister oder ihren Landeshauptmann zu ergattern.

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