WARUM WEIGERT SICH ZANON, WAHLMÖGLICHKEITEN FÜR ELTERN ZU SCHAFFEN?

Freitag, 04. April 2008, 15:34 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Hörmann: "ÖVP-Programm 'Zukunft Tirol' ist offenbar das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde"


"Der großkoalitionäre Streit um die Kinderbetreuungs-Millionen verschleppt eine Lösung für tausende Tiroler Eltern, die sich über ein qualitativ hochwertiges, ganztägiges Betreuungsangebot für ihre Kinder freuen würden", zeigt die GRÜNE Frauensprecherin Angelika Hörmann keinerlei Verständnis für LRin Zanon. "1,3 Millionen Euro an die roten Bundesländer zu verschenken, anstatt in neue ganztägige Betreuungseinrichtungen zu investieren, ist schlicht und einfach unsinnig."

Tirol habe großen Nachholbedarf bei der Kinderbetreuung, wie die extrem niedrige Frauenbeschäftigungsquote im Bundesländervergleich zeige. "Wir sind Vorletzte bei der Vollzeit-Berufstätigkeit der Mütter von Hort- und Kindergartenkindern und Vorletzte bei der Betreuung von Kleinkindern über Mittag", erläutert Hörmann die aktuellen Zahlen der Statistik Austria. Das habe auch die Tiroler ÖVP erkannt und deswegen in ihrem Programm 'Zukunft Tirol' formuliert: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine wesentliche Aufgabenstellung der Zukunft. Dafür sind von der öffentlichen Hand geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, von der schulischen Nachmittagsbetreuung über flexible Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen bis zur Förderung von Tagesmüttermodellen und privat organisierten Kindergruppen." Nichts davon sei LRin Zanon offenbar bereit, auch wirklich zu in die Wege zu leiten, meint Hörmann. "Sonst kann man nicht einfach ein Millionenangebot vom Bund in den Wind schießen." Für die GRÜNEN gehe vor allem darum, Wahlmöglichkeiten für Eltern zu schaffen. "Für viele Frauen stellt sich die Frage ob sie arbeiten gehen könnten gar nicht, weil kein Betreuungsplatz für ihre Kinder vorhanden wäre." Daran etwas zu ändern, sieht Hörmann als eine der einfachsten Möglichkeiten, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu ermöglichen. "Tatsache ist, dass mit der Berufsunterbrechung Frauen oft um ihre Chancen am Arbeitsmarkt gebracht werden." Das betreffe aber auch Väter, die sich für die Karenz entscheiden.

Von Zanon erwartet sich die GRÜNE Frauensprecherin jetzt ein Einlenken im großkoalitionären Zwist. Ministerin Bures hat jenen Ländern, die die Bundesfinanzierung ablehnen, zwei Wochen Bedenkzeit gegeben. "Wenn alle Länder ihre Bedingungen zu hundert Prozent durchsetzen wollen, wird es nie zu einer gemeinsamen Kinderbetreuungs-Offensive kommen. Die brauchen wir aber dringend. Deswegen muss Zanon innerhalb der nächsten zwei Wochen ihre Blockade aufgeben und statt ihrer ideologischen Scheuklappen die Tiroler Familien in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellen", appelliert Hörmann abschließend.

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