AKS Tirol fordert Mediation und strukturelle Konsequenzen als Gewaltprävention
"Wenn nur 80% der LehrerInnen wissen, dass es in der Schule zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt, verschließen immerhin ein fünftel offensichtlich die Augen vor der Realität", folgert Christof Brandtner, Landesvorsitzender der aks Tirol. In der Schule sind Gewalt und Angst alltäglich und strukturell bedingt. Angefangen von der Existenz von Autoritätspersonen setzt sich die Hierarchie auch unter den SchülerInnen fort. Auch die viel zu großen Klassen und der starke Leistungsdruck fördern Aggressionen und Gewalt im Schulalltag, glaubt Brandtner und fordert Verbesserungen.
"Obwohl kurzfristige Gewaltprävention wichtig ist, reicht sie nicht. Gewalt an der Schule ist ein strukturelles Problem - eine grundlegende Umstrukturierung des Schulalltags ist dringend notwendig", meint der Landesvorsitzende. Auch die von der AKS befürwortete Ganztagsschule könne dazu beitragen. Auf jeden Fall verbessern Projekte wie Mediation oder Klassenräte die Schulatmosphäre und können dabei helfen, Gewalt vorzubeugen. "Ich verstehe nicht, warum gerade die Schulmediation immer wieder von SchülervertreterInnen entgegen großen Widerstands initiiert werden muss. Ein gängiges Argument aus den Direktionen ist, dass das Einführen eines Mediationssystems ein Zeichen von Schwäche sei, weil man zugebe, dass es Probleme in der Schule gebe. Das kann nicht sein!", so Brandtner. "Jedenfalls kann uns SchülerInnen nun wirklich niemand mehr erzählen, dass unser Schulsystem keine ernsthaften Probleme hätte", schließt Brandtner entschlossen.