Platzgummers organisierte Verantwortungslosigkeit

Freitag, 07. März 2008, 09:33 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

"Hotel am Tivol"“: Planungsstadtrat abgemeldet


"Wer nimmt die Verantwortung für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Baukultur wahr, während Vizebürgermeister Platzgummer in Sachen Euro 08 oder Jugendolympiade durch die Weltgeschichte tourt? Oder ist ihm das egal?" fragt sich der GRÜNE Klubobmann Fritz, Mitglied des Bauausschusses, entsetzt. Am Tivoli setzte sich fort, was sich schon beim Kaufhaus Tyrol abzeichnete: Investoren machen was sie wollen, und der Vizebürgermeister sorgt für die nachträgliche planungsrechtliche Absicherung.

"Wie dabei mit den Ergebnissen von Architekturwettbewerben und den ArchitektInnen umgegangen wird ist eine Schande. Hier wird eine über ein Jahrzehnt mühsam aufgebaute Kultur fahrlässig verspielt", ärgert sich der GRÜNE Gemeinderat. Auf der ‚Verkaufs-Seite’ von ZIMA und NHT für den Tivoli, www.am-tivoli.at, heißt es frech:

Stararchitekten für Hotel

Das Projekt der Architekten Henke-Schreieck wurde einstimmig zum Siegerprojekt erklärt. Das abgebildete Projekt ist aber gar nicht das Wettbewerbssiegerprojekt. Das Bild hat die ZIMA eigenmächtig und ohne Rücksprache mit den ArchitektInnen ins Netz gestellt.

Für das Wettbewerbssiegerprojekt hat es einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan gegeben. Dem hatten die GRÜNEN nicht zugestimmt, weil sie den Standort und die "Umnutzung" des Schwimmbades nicht für richtig hielten. Dennoch kritisieren die GRÜNEN nun das abgehen von der beschlossenen Planung.

Wie schon beim "Tyrol" mit dem lächerlichen "Denkmalschutzprojekt" Hueber/Neumann und danach bei der Ausbootung von Architekt Obermoser gebe der Vizebürgermeister auch hier wieder den Briefträger und Pressesprecher der Investoren, so Fritz.

Es sei schon klar, räumt der GRÜNE Klubobmann ein, dass Wettbewerbssiegerprojekte überarbeitet werden können, und manchmal auch an der Finanzierung scheitern, und dass auch Bebauungspläne nicht für die Ewigkeit erlassen sind. Aber der Planungsstadtrat und der Bauausschuss seien nicht dazu da, blindlings alles abzusegnen, was ein Investor sich einbildet.

"Umplanung auf Zuruf - das ist das Ende der Wettbewerbs- und Baukultur in Innsbruck, da können wir gleich die Stadtplanung wegsparen und die Bebauungspläne zur Wirtschaftskammer outsourcen", schließt der GRÜNE Klubobmann zornig.

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