Mitglieder von Attac Deutschland, Attac Frankreich, Attac Österreich und
Attac Schweiz sind am Samstag im Fürstentum Liechtenstein zu einem
internationalen Aktionstag gegen Steueroasen zusammengekommen.
Verkleidet als Steuer-Raubritter und reiche Steuerflüchtlinge, die es
sich auf ihren Steueroasen (aufblasbare Badeinseln) gut gehen lassen,
demonstrierten sie in der Vaduzer Innenstadt in Sichtweite des Schlosses
und forderten: "Steueroasen trocken legen!"
In einer am Samstag vorgelegten gemeinsamen Erklärung verlangen die sechs Attac-Organisationen ein verstärktes Vorgehen gegen Steueroasen inner- und außerhalb der Europäischen Union sowie Sanktionen gegen Länder, die sich weigern, bei der Bekämpfung von Steuerflucht zu kooperieren.
"Wir fordern die Schließung aller Steueroasen - weltweit", sagte Sven Giegold, Steuerexperte von Attac Deutschland. Die Forderungen der Bundesregierung seien unzureichend. Gegen Steuerbetrug vorzugehen, reiche nicht. Notwendig seien wirksame Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung. Liechtenstein und alle anderen Steueroasen müssten einem automatischen steuerlichen Informationsaustausch zustimmen. Wie die Steuerexpertin von Attac Österreich, Sybille Pirklbauer, betonte, fehlt das am Fiskus vorbei in Steueroasen verschwundene Geld in den Industrieländern für Pensionen und Renten, Schulen, Gesundheitsvorsorge und Umweltschutz. Noch schlimmer seien die Auswirkungen in den Ländern des Südens: Deren Entwicklung werde nachhaltig durch die hinterzogenen Steuern behindert. Dabei fördere die EU selbst Steueroasen. So wolle der Vertrag von Lissabon Kapitalverkehrskontrollen und das Schließen von Steueroasen verhindern. Die Erklärung im Internet: http://www.attac.at/6388.html Fotos vom Aktionstag unter: http://www.attac.at/6387.html Video unter http://www.youtube.com/watch?v=pMpOBl4_-EI