Deckelung auf hohem Niveau und Verlagerung auf Wochentage möglich
Demnach hat der Aufsichtsrat der Tiroler Flughafen Gesellschaft am 17.12.07 beschlossen, dass der "Koordinationsstatus des Innsbrucker Flughafens für die Verkehrstage Samstag/Sonntag in der Winterflugplanperiode als strikt koordiniert in der Novelle zur österreichischen Slotkoordinationsverordnung beantragt wird." Übersetzt heißt das, dass die Anzahl der Slots an Samstagen und Sonntagen in der Winterflugplanperiode in Zukunft auf dem derzeitigen Niveau von bis zu über 250 verbleiben wird.
"Da die derzeit laufende Winterflugplanperiode noch nicht zu Ende ist, wird erst die nachträgliche Analyse der Zahl von Linien- und Charterflügen an Wintersamstagen und -Sonntagen zeigen, auf welchem (hohen) Niveau damit die Deckelung erfolgen soll. Diese schwere Belastung könnte der Bevölkerung auf keinen Fall weiterhin zugemutet werden, sind doch die Proteste im heurigen Winter nicht mehr zu überhören. Zudem kann eine Deckelung dieser Flugbewegungen lediglich an den Wochenenden auch zu einer Verlagerung von Steigerungen auf die Wochentage führen, was jedenfalls auszuschließen wäre," kündigt Stadträtin Uschi Schwarzl eine genaue Analyse der heurigen Wintersaison an. Was die Betriebszeiten am Innsbrucker Flughafen betrifft, so werden diese von Flughafen und Stadtführung stets als restriktivste aller österreichischen Flughäfen bezeichnet. Verschwiegen dabei wird jedoch, dass die geltende Zivilflugplatzbetriebsordnung sogen. "Betriebszeitenverlängerungen" aus unvorhergesehenen Gründen vorschreibt und dem Flugplatzhalter solche Betriebszeitenverlängerungen jederzeit erlaubt, wenn die entsprechenden Einrichtungen - so wie am Flughafen Innsbruck - vorhanden sind. So haben im November und Dezember 2007 und auch im Jänner dieses Jahres an ungefähr der Hälfte aller Betriebstage solche Betriebszeitenverlängerungen stattgefunden. 2006 haben laut Flughafen 96, im Jahr 2007 95 Betriebszeitenverlängerungen stattgefunden. Dabei sei sich der Flughafen nicht zu blöd, in einer Antwort an den Gemeinderat zu behaupten, dass es sich dabei überwiegend um lebensrettende Transplantations- und Ambulanzflüge handeln würde. „Seine eigene Umwelterklärung sagt das genaue Gegenteil: Lediglich 17,5 % der Betriebszeitenverlängerungen betrafen sog. Transplantationsflüge und 3,1% Ambulanzflüge, die restlichen 79,4% waren rotationelle und andere Verspätungen“ wehrt sich Schwarzl dagegen, dass Gemeinderat und Bevölkerung für dumm verkaufen werden sollen. Die Frage nach Häufungen von Verspätungen bei bestimmten Fluglinien bzw. nach Verspätungen der neuen Billigfluglinie SkyEurope wurde unter Hinweis auf den Datenschutz im Gemeinderat nicht beantwortet. "Offenbar wird in trauter Eintracht zwischen Flughafen und Austro Control fest daran gearbeitet, der Bevölkerung wichtige umweltrelevante Daten vorzuenthalten," erinnert Schwarzl an den jüngsten Versuch von Austro Control, genau diese Daten auch aus den Fluglärmaufzeichnungen des Landes zu eliminieren. "Die Zahl der Flugbewegungen und ihre Deckelung sowie die Betriebszeiten und deren offenbar jederzeit gesetzlich mögliche Verlängerung sind zentrale Konfliktfelder zwischen Flughafen und AnrainerInnen. Umso wichtiger wäre es gewesen, endlich ein Mediationsforum mit überparteilicher, professioneller Moderation und Organisation zu installieren. Doch auch das wurde von der Gemeinderatsmehrheit offenbar in Unkenntnis der derzeit verfahrenen Situation schlichtweg abgelehnt" schließt Schwarzl.