Flughafendebatte in Bewegung

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:44 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

GRÜNE: Jetzt ist Zeit gekommen, Probleme gemeinsam zu lösen


Mit Freude und Genugtuung stellen die Innsbrucker GRÜNEN fest, dass in die Diskussion rund um die Belastungsgrenzen des Innsbrucker Flughafens langsam Bewegung kommt. "Denn diese sind längst überschritten," zeigt Stadträtin Uschi Schwarzl anhand der Analyse der letzten Wochen:

Montag 21.1. bis Sonntag 27.1.08:
1.005 Gesamtflugbewegungen, 325 am Samstag und Sonntag.

Montag 28.1. bis Sonntag 3.2.08:
721 Gesamtflugbewegungen, 230 davon am Samstag und Sonntag. Von diesen 230 Flugbewegungen am Wochenende waren 160 Linien- und Charterflugbewegungen. Flughafen und Politik sprechen irreführend stets nur von Flügen und verschweigen dabei, dass jeder Flug zwei Flugbewegungen ergibt.

Von diesen 230 Gesamtflugbewegungen am Wochenende erreichten 117 einen Schallereignispegel größer gleich 90 dB bei der Messstelle 1 Ursulinen.

Wenn nun der Flughafen spät aber doch bekannt gibt, dass der Aufsichtsrat bereits vor Wochen angeblich eine Deckelung des Linien- und Charterverkehrs in der Winterchartersaison 2008/09 beschlossen habe, dann stellt sich nicht nur die Frage nach der Informationspolitik des Flughafens gegenüber Eigentümern und Bevölkerung, sondern es ist auch Vorsicht angebracht. Denn so, wie die vom Flughafen eingeführten als besonders fortschrittlich vermarkteten lärmabhängigen Gebühren keinerlei Steuerungswirkung zeigen, weil man einfach das Gebührenmodell von Zürich aufgesetzt hat, anstatt die Pönalisierung am tatsächlich in Innsbruck von den einzelnen Maschinen erzeugten Lärm zu orientieren, heißt Deckelung noch lange nicht Entlastung.

Die GRÜNEN werden daher im kommenden Gemeinderat einen weiteren Versuch starten, die brennenden Themen Fluglärm, Emissionen, lärmabhängige bzw. emissionsabhängige Gebühren, Betriebszeitenüberschreitungen, Lärmschutz bei den AnrainerInnen u.a.m. einer konstruktiven und transparenten Bearbeitung zuzuführen.

Dazu soll eine Arbeitsgruppe installiert werden, in der VertreterInnen der im Umweltausschuss vertretenen Fraktionen (also EigentümervertreterInnen), des Flughafens und der AnrainerInnen professionell, unabhängig und allparteilich moderiert all diese Problembereiche kontinuierlich bearbeiten und einer für alle Seiten befriedigenden Lösung zuzuführen versuchen. "Denn nur in einer Art Mediation gemeinsam und verbindlich ausgearbeitete Spielregeln können letztlich zu einer Win-Win-Situation für alle führen", ist Schwarzl überzeugt.

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