Schwarzl: "Bodenseer-Profilierungsneurose wird zum Ärgernis"
"Bodenseers Aussagen zur Regionalbahn sind abenteuerlich", stimmt Klubobmann Gerhard Fritz mit seiner Kollegin überein. "Eine Regionalbahn auf einer Hochbahn entlang des Inns mag zwar touristisch ganz nett sein, öffentliche Verkehrmittel für PendlerInnen im Großraum sollten jedoch schon den Zweck haben, die Leute dorthin zu bringen, wo sie zwecks Arbeit, Ausbildung, Wohnen auch tatsächlich hin müssen." Die Regionalbahn müsse zum Bahnhof, zu Schulen - z. B. Linserareal - zu Verknüpfungspunkten mit anderen Öffis wie eben der S-Bahn und zu Stadterweiterungsgebieten. Wer meint, ein hochleistungsfähiges öffentliches Verkehrsmittel wie die Regionalbahn dürfe den privaten PKW-Verkehr nicht beschränken, habe von sinnvoller städtischer Verkehrspolitik wenig Ahnung, so Fritz. "Hier geht es um Lebensqualität, nachhaltige Mobilität statt Stau, Abgasen und Platzverschwendung durch Autos."
Schwarzl unterstreicht, dass sich Bodenseer nicht aus seiner Verantwortung davonstehlen könne: "Der WK-Präsident saß lange genug im Landtag. Er hätte die Regionalbahn, die natürlich über Völs und Hall hinausgehen muss, gegen den Widerstand seiner Koalitionskollegen vorantreiben können. Bodenseer hat sich lange genug widerstandslos am Degradieren des Landtages und seiner Ausschüsse zu Abnickgremien beteiligt." Für die GRÜNE Stadträtin wären Bodenseers Ratschläge zu Zeiten angebracht gewesen, als er sie direkt hätte umsetzen können. "Jetzt hinten nach von außen den großen Ratgeber zu spielen, ohne zur gegebenen Zeit selbst die Verantwortung wahrgenommen zu haben, ist Profilierungsarbeit in eigener Bündesache, nicht aber politische Arbeit für Stadt und Land. Auf solche Ratschläge können wir in Innsbruck verzichten“, schließt Schwarzl.