Unser Schulsystem benachteiligt MigrantInnenkinder -

Mittwoch, 05. Dezember 2007, 08:59 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

OECD - Bericht beweist zum widerholten Male Gerechtigkeit der Gesamtschule.


Als "höchst problematisch" bezeichnet Marko Miloradovic, Landesvorsitzender der JungsozialistInnen (JUSOS Tirol), das Pisa - Ergebnis Österreichs im Allgemeinen, die Resultate von MigrantInnenkindern im Besonderen. So ist neben dem konstatiertem Mittelmaß des österreichischen Schulsystems, das Abschneiden von MigrantInnenkinder, ein durchaus problemtisches Moment. Miloradovic sieht hier die Forderung der JungsozialistInnen nach einer flächendeckenden (!) Neue Mittelschule aufs Neue bestätigt

"Dieses Resultat war zu erwarten. Kinder aus bildungsfernen Schichten, meistens ArbeiterInnenfamilien, können innerhalb des österreichischen Schulsystems ihr Potential nicht ausschöpfen, da sie von Anfang an benachteiligt und aussortiert werden. Bedenkt man daher, dass MigrantInnen innerhalb der österreichischen Gesellschaft meistens auf der untersten Leiter stehen, ist es kein Wunder, dass MigrantInnenkinder schlechter abschneiden, sondern nur ein logischer Schritt innerhalb unseres elitenschaffenden Bildungssystems. Hinzu kommt die mangelnde sprachliche Unterstützung, die das Mosaik dieses Problems vervollständigt. Daher ist es unverständlich, dass ÖVP - Bildungssprecher Fritz Neugebauer die Situation im Schulsystem weiterhin schönredet. Chancengleichheit ist für die ÖVP offenbar immer noch ein Graus, denn wie klar aus der Studie hervorgeht, reproduziert unser Schulsystem soziale Schichten und somit weiterhin die, von der ÖVP heiß geliebte Elite.", führt Miloradovic aus.

"Gerade im Bezug auf die Kinder aus bildungsfernen Schichten muss gehandelt werden. Neben der Forderung nach der Gesamtschule, ist es außerdordentlich wichtig, dass anstelle der starren, hierarchischen Strukturen ein partnerschaftliches, demokratisches Verhältnis zwischen SchülerInnen und LehrerInnen etabliert werden muss. Schule soll zu einem offenen Raum werden, in dem SchülerInnen arbeiten und sozial interagieren können. Auch die Abschaffung von Noten muss zur Debatte stehen."

"Im Interesse unserer Gesellschaft, müssen wir ähnlich anderer, sehr erfolgreicher Länder, wie Schweden oder Estland, agieren und das Potential von MigrantInnenkindern erkennen! Allein die Tatsache, dass sehr viele Kinder in Österreich zwei - oder dreisprachig aufwachsen, muss endlich als Chance für unser Land, unsere Gesellschaft und nicht zuletzt für die MigrantInnenkinder selbst, gesehen werden und dementsprechend gefördert werden. Die Schaffung von integrativen Projekten an Schulen, die interkulturelle Ausbildung des Lehrpersonals und die Einführung eines muttersprachlichen Unterrichts für SchülerInnen mit Migrationshintergrund, sind nur einige längst fällige Maßnahmen. Generationen wurden schon verloren, bis hier hin und nicht weiter, aber nur wenn wir wollen! ", so Miloradovic in Richtung "seiner" SP - Bildungsministerin, abschließend.

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