Zuwenig teutsche Kinder?!

Donnerstag, 15. November 2007, 16:38 Uhr

Beitrag von: Monika

Wahlkampf ist`s, und schon lässt sich ein dünnes, blassblaues Stimmchen aus dem Tiroler Oberland vernehmen, das via TT, "unfassbare Zustände im Kindergarten Neggrub" (Bruggen!) beklagt: FP- Bezirksobmann Mathias Venier konstatierte nämlich: "Von 18 Kindern im Kindergarten werden nur noch fünf bis sechs der deutschen Muttersprache zugeordnet."

Leserbrief zum Beitrag: "Venier sucht mehr Deutsch in Bruggen", Tiroler Tageszeitung, Tirol Lokal - Oberland. Vom 15. November 2007

Freiheitliche Meinung: Zuwenig teutsche Kinder!

Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Zahlen, die Herr Venier da nannte, laut Kindergartenleiterin gar nicht korrekt zu sein scheinen: Was will uns der blaue Recke damit sagen?

Soll hier ein Versiegen der urtirolischen Lendenkraft beklagt werden, das eigentlich wohl längst zur Schließung des Bruggener Kindergartens geführt hätte, wenn nicht – ganz offensichtlich! - die familienfreundlicheren Neoösterreicher für einen kräftigen Kindergartlernachschub gesorgt hätten?

Im Nationalratswahlkampf 2006 hat der FPÖ-Spitzenkandidat für Tirol, Gerald Hauser, im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Schwaz einmal ganz treuherzig beteuert, dass die FPÖ NATÜRLICH die Integration der integrationswilligen Einwanderer unterstütze. Nun, nach Unterstützung sieht das nicht aus, was sein Oberländer Vasall da von sich gibt. Da weiß offensichtlich die rechte Hand nicht was die linke tut.

Auf der einen Seite wird gebetmühlenartig die Integrationsunwilligkeit beklagt, wo aber dann der Integrationswille in Form des Kindergartenbesuches ganz offensichtlich vorliegt, wird eben genau das auch wieder beklagt. Es entsteht der Eindruck, dass die FPÖ da auf ihrer inzwischen schon wirklich verzweifelten Suche nach Wählerstimmen (um nur ja endlich wieder in den Landtag einziehen zu können!), auf dem Rücken von Kindergartenkindern billiges politisches Kleingeld schlagen will. Anstatt dass man sich freut, dass das fröhliche Kinderlachen nicht ausstirbt und der Kindergarten erhalten bleibt. Also SO stell ich mir eine "soziale Heimatpartei" NICHT vor.

Das ist eher FATAL statt sozial!

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