Schule spielt traditionellen Strukturen in die Hände

Freitag, 09. November 2007, 13:31 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Yildirim kritisiert ÖVP-Integrationspolitik


"Scheinheiligkeit" ortet SP-Integrationssprecherin Selma Yildirim in der Integrationspolitik der ÖVP. "Seit Jahren werden Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen separiert und in die dritte Leistungsstufe abgeschoben und dann vergießt die zuständige Landesrätin Krokodilstränen darüber, dass türkische Mädchen reihenweise in ihren Familien verschwinden, anstatt eine Ausbildung zu machen."

Yildirim bezieht sich damit auf die jüngsten Zahlen des AMS Tirol, wonach nur 67 Prozent der türkischen Mädchen in Bildung und Beruf integriert sind. "Unser Bildungssystem mit seiner frühen Teilung der Kinder und der unzureichenden individuellen Förderung macht es allen Kindern aus unteren sozialen Schichten schwer - jenen mit migrantischem Hintergrund ganz besonders", sagt Yildirim. Damit spiele das Schulsystem den traditionellen Strukturen vieler migrantischer Familien in die Hände. "Schlechte schulische Erfolge bewirken, dass die berufliche Perspektive fehlt. Und wer keine Perspektive hat, landet leichter in der klassischen ‚Karriere’ von Heiraten, Kinder bekommen und zu Hause bleiben."

"Dass es auch anders geht, zeigen jene Beispiele, wo Kinder ausreichend gefördert werden", erklärt die SP-Integrationssprecherin. Diese Jugendlichen schaffen den Einstieg ins Berufsleben und machen oft schon als junge Erwachsene einen beachtlichen Aufstieg. "Wer jedoch aus der dritten Leistungsstufe kommt, hat kaum Chancen auf eine Lehrstelle und wird im besten Fall Regale einräumen", so Yildirim.

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