Grünewald: Soziale Schieflage erfordert Umdenken in Bildungspolitik
Angesichts dessen als geradezu peinlich bezeichnet Grünewald die neu aufgeflammte Debatte um generelle Studienplatzbeschränkungen. Bei nur 37 Prozent eines Altersjahrgangs die ein Studium an einer österreichischen Uni beginnen und einem OECD-Schnitt von 54 Prozent, müsse sich die Diskussion "von selbst erledigen." "Studiengebühren und frühe soziale Selektion in den Schulen tragen wesentlich dazu bei, dass in Österreich der Anteil von Akademikerkindern an den Universitäten 2,5 mal so hoch ist wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Hier liegen wir zusammen mit Portugal am Ende der Industriestaaten und das ist beschämend."
Dass die OECD festhalte, dass Österreich von einer höheren Akademikerquote profitieren würde, gehe in der Diskussion um Zulassungsbeschränkungen und Eliten völlig unter. "Diese jüngsten Zahlen müssen aufrütteln und können nicht als billige Polemik abgetan werden. Wenn die Politik weiter so abgehoben reagiert und internationale Bildungsdaten ignoriert, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir in Österreich keine nachhaltige Bildungspolitik machen, die diesen Namen verdient," verdeutlicht Grünewald.