OECD-Bildungsbericht: Einschneidende Änderungen absolutes Muss

Mittwoch, 19. September 2007, 11:11 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Grünewald: Soziale Schieflage erfordert Umdenken in Bildungspolitik


Einen eindringlichen Appell für ein Umdenken in der Bildungs- und Hochschulpolitik richtet der GRÜNE Wissenschaftssprecher und Tiroler Nationalrat Kurt Grünewald an die Verantwortlichen in Bund und Land: Der aktuelle OECD-Bildungsbericht 2007 müsse alle Alarmglocken schrillen lassen und einschneidende Änderungen einleiten: "Betrachtet man Österreichs Position im internationalen Vergleich, hinken wir in der Hochschul- und Bildungspolitik deutlich hinterher: Während in den meisten OECD Ländern der Anteil öffentlicher Bildungsausgaben gestiegen ist, stagnieren in Österreich diese Ausgaben bei 10,8 Prozent. Und während im OECD Schnitt die Studierendenzahlen von 1995 bis 2004 um 41 Prozent gestiegen, waren es in Österreich lediglich 4(!) Prozent, zeigt sich Grünewald betroffen.

Angesichts dessen als geradezu peinlich bezeichnet Grünewald die neu aufgeflammte Debatte um generelle Studienplatzbeschränkungen. Bei nur 37 Prozent eines Altersjahrgangs die ein Studium an einer österreichischen Uni beginnen und einem OECD-Schnitt von 54 Prozent, müsse sich die Diskussion "von selbst erledigen." "Studiengebühren und frühe soziale Selektion in den Schulen tragen wesentlich dazu bei, dass in Österreich der Anteil von Akademikerkindern an den Universitäten 2,5 mal so hoch ist wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Hier liegen wir zusammen mit Portugal am Ende der Industriestaaten und das ist beschämend."

Dass die OECD festhalte, dass Österreich von einer höheren Akademikerquote profitieren würde, gehe in der Diskussion um Zulassungsbeschränkungen und Eliten völlig unter. "Diese jüngsten Zahlen müssen aufrütteln und können nicht als billige Polemik abgetan werden. Wenn die Politik weiter so abgehoben reagiert und internationale Bildungsdaten ignoriert, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir in Österreich keine nachhaltige Bildungspolitik machen, die diesen Namen verdient," verdeutlicht Grünewald.

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