GRÜNE beharren auf inhaltlicher Klärung
Bürgermeisterin Hilde Zach hatte verlangt, die GRÜNEN sollten sich informieren. "Gegenfrage, Frau Bürgermeisterin:" so Schwarzl. "Sollen wir auch ins Mercedesmuseum fahren? Und was sagt uns das über das Konzept für den Bergisel?" Auch Architekten und Museumsgestalter wie HG Merz bräuchten Vorgaben. "Einem Sportstättenbauer sagt man ja auch vorher, ob er ein Fußball- oder ein Eishockeystadion bauen soll."
Diese Vorgaben seien weit und breit nicht zu sehen, erklären die GRÜNEN. Die bisherigen Wandlungen ließen jede Klarheit vermissen. In einem Schreiben des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 2.5.2006 hieß es, man wolle eine Gedenkstätte der Tiroler Wehrhaftigkeit errichten "vom Tiroler Landlibell bis zu den Weltkriegen." Da klang es noch so, als ob Tiroler Wehrmachtsangehörige im Angriffskrieg der Nazis die Heimat verteidigt hätten. Dann wurde daraus ein Museum der Traditionskultur. Völlig unklar blieb dabei, welche Traditionen oder gar Traditionalismen denn die Tirolischen seien. Dann wurde aus dem Projekt eine interaktive Geschichtswerkstatt des Europa der Neuzeit. Und mit der Vorlage für den Stadtsenat wurde das Projekt jetzt wieder zum "Jubiläumsjahr 2009 - 200 Jahre Erhebung Tirols." Bemerkenswert finden die GRÜNEN auch die bürgermeisterlichen Vorstellungen zur Nachnutzung des Bauwerks, in dem sich derzeit das Riesenrundgemälde befindet. "Zuerst hat man mit der alten Hungerburgbahn die erste Attraktion dort entfernt. Nun verlegt man mit dem Riesenrundgemälde die nächste Attraktion weg und konzentriert möglichst viel am Bergisel. Wofür braucht es dann am dortigen Standort ein Informationszentrum? Für ein Restaurant und eine Stiege?" fragt sich Schwarzl. Insgesamt gehe es darum, dass der Landeshauptmann zum Ende seiner Amtszeit offenbar dringend noch ein Museum errichten müsse. "Und dafür gibt es städtisches Geld, ohne auch nur im Geringsten eine Ahnung zu haben, wofür genau."