Bergiselmuseum: Städtische Investition ins Blaue?

Sonntag, 09. September 2007, 14:11 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Millionenschweres Zach-Geschenk an van Staa


Brisantes birgt die erste Sitzung des Innsbrucker Stadtsenats nach der Sommerpause: Unter dem unscheinbaren Tagesordnungspunkt "Jubiläumsjahr 2009 - 200 Jahre Erhebung Tirols sowie Sanierung und Adaptierung Volkskunstmuseum, Finanzierungszuschuss seitens der Stadt Innsbruck" sollen gesamt rund 4 Millionen Euro städtischer Zuschuss beschlossen werden. "Hier sollen Millionenbeträge freigegeben werden, obwohl vor allem beim Bergiselmuseum inhaltlich noch Vieles völlig unklar ist. Besonders frappant ist auch, dass die Stadt die millionenschwere Geldspritze mit erwarteten steigenden Besucherzahlen am Bergisel begründet -- während eine Studie im Auftrag des Amtes der Tiroler Landesregierung aus dem Frühjahr 2007 das klare Gegenteil besagt: Laut Studie werden trotz "Konzentration der über die Stadt verstreuten Denkmäler am Schauplatz der Geschichte" insgesamt nicht mehr sondern weniger BesucherInnen als bisher auf dem Bergisel und im Rundgemälde zusammen genommen erwartet," so GRÜNE-Stadträtin Uschi Schwarzl.

Die Kosten für das Bergiselprojekt belaufen sich laut einem der STS-Tagesordnung beiliegenden Schreiben des Landeshauptmannes mittlerweile auf 17,9 Mio Euro (siehe Anhang). Nach Gesprächen zwischen BMin Zach, Vizebm. Sprenger und LH van Staa habe die Stadt 3.000.000.- in Aussicht gestellt, die sich in folgende Positionen gliedern: 1.600.000.- für Ausstellungsflächen/Renovierung Kaiserjägermuseum und bis zu max.1.400.000.- für Freiflächen und Panoramaweg.

Gegen einen städtischen Beitrag zur Freiflächengestaltung sei laut Schwarzl grundsätzlich nichts einzuwenden -- die Stadt dürfe jedoch nicht auf den vollen Kosten der Freiflächengestaltung sitzen bleiben."Sehr wohl etwas einzuwenden ist aber gegen 1,6 Mio Euro für ein Museum , über dessen inhaltliche Ausrichtung bis dato nur bekannt ist, dass sich Ex-EU-Kommissar Fischler gemeinsam mit ExpertInnen federführend um die inhaltliche Ausrichtung kümmern soll."

"Dem städtischen Zuschuss ins Blaue für das Museum selbst werden die Grünen jedenfalls nicht zustimmen. 1,6 Mio. für ein unbekanntes Projekt wären nämlich ein Novum, das wohl nur im dringenden Wunsch des Landeshauptmannes begründet sein kann," so die GRÜNE Stadträtin. Und auch beim Volkskunstmuseum, zu dessen Sanierung und Adaptierung die Stadt 1.000.000.- beitragen soll (das Land wendet dafür 5.970.000.- auf) sei Voraussetzung für jede Entscheidung, dass die baulichen und wohl auch konzeptionellen Änderungsvorstellungen dem Stadtsenat und dem Gemeinderat zumindest vorgestellt werden.

Anhang:
Gesamtkosten Bergiselprojekt laut Beilage Stadtsenats-Tagesordnung:

* 12.725.000.- davon für neue Ausstellungsflächen (gem. Landtag vom 9.7.07)
* 1.200.000.- für Grunderwerb Bergiselrestaurant
* ca. 1.000.000.- für Außen- und Grünraumgestaltung sowie Anlegung eines Erlebnis- und Panoramaweges rund um den Bergisel sowie
* 3.000.000.- für die museale Ausstattung und Gestaltung.

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