Ruf nach mehr Personal

Dienstag, 10. Juli 2007, 16:45 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

SPÖ-NRin Gisela Wurm und Bernhard Knoflach von der Polizeigewerkschaft sehen dringenden Handlungsbedarf


Die steigende Zahl von Kriminalfällen verursacht einen Anstieg der Pro-Kopf-Belastung bei den Polizeibeamten. Für NRin Gisela Wurm von der SPÖ und Bernhard Knoflach von der FSG-Fraktion der Polizeigewerkschaft Tirol besteht deshalb hinsichtlich der Mitarbeiterzahlen dringender Handlungsbedarf.

"Das Projekt Team 04, welches die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie brachte, muss schnellstens evaluiert werden - speziell im Hinblick auf die Kriminalitätsbekämpfung in Ballungsräumen", sagt Wurm.

Gemeinsam mit Knoflach plädiert sie einerseits für die im Koalitionsabkommen vorgesehene Umsetzung von Karenzierungspools, andererseits macht sie sich für die Schaffung so genannter Bezirkspools stark. Wurm dazu: "Der dienstbare Stand an Polizeibeamten liegt derzeit im Bezirksschnitt bei rund 90 Prozent. Für die restlichen zehn Prozent sollte über Bezirkspools ein Ausgleich geschaffen werden. Es gibt einfach eine hohe Zahl an Beamten, welche diversen Sondereinheiten Dienst zugeteilt sind. Diese fehlen dann für die Einsätze vor Ort. Die Problematik wird klar, wenn man einen Blick auf die Statistik des Stadtpolizeikommandos Innsbruck wirft. Dort gibt es aktuell 386 systemisierte Planstellen. Dienstbare Beamte stehen in Wahrheit allerdings nur 332 zur Verfügung."

"Wenn wir bedenken, dass vor der Polizeireform die Zahl der systemisierten Planstellen jenseits der 500er-Grenze lag, dann ergibt sich ein krasses Missverhältnis. Vor allem dann, wenn berücksichtigt wird, dass die Kriminalitätszahlen seither deutlich gestiegen sind", ergänzt Knoflach.

Gemeinsam mit Wurm macht er sich auch für den Wiederaufbau einer eigenen Polizeidienststelle am Hauptbahnhof stark, deren Auflösung beide als gravierenden sicherheitspolitischen Fehler bezeichnen. Knoflach: "Es braucht am Bahnhof die Infrastruktur für einen durchgehenden Dienstbetrieb. Im Strabag-Gebäude (Hotel Ibis) würden genügend dafür geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen."

"Tirol braucht mehr Personal", sagt Wurm und verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass im Jahr 2008, wenn die Schengengrenzen zu Nachbarländern fallen, Ressourcen frei werden. "Dann muss auch Tirol seinen Anteil bekommen", erklärt die SPÖ-Abgeordnete.

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