Nationalpark-Bartgeier starten in die Freiheit

Dienstag, 10. Juli 2007, 16:23 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Zu einem kleinen Volksfest dürfte auch heuer wieder so wie in den vergangenen Jahren die Freilassung von zwei Bartgeiern im Kalser Dorfertal werden.


Die Junggeier haben eine weite Anreise hinter sich. Der erste kommt aus dem schweizerischen Jura, der zweite gar aus einer privaten Zuchtstation an der französischen Atlantikküste.

Das Bartgeier-Wiedereinbürgerungsprojekt hat eine alpenweite Dimension. Freilassungshorste gibt es in den Hohen Tauern, in Italien, der Schweiz und in den französischen Hochalpen. Ein Beobachternetz aus Jägern, Bergführern, Hüttenwirten und Nationalparkrangern mit über 4000 freiwilligen Mitarbeitern schaut was aus den Geiern wird und meldet Beobachtungen.

Seit 1986 wurden 150 Bartgeier freigelassen. Schätzungsweise leben jetzt 130 Vögel in den Alpen, 45 davon sind bereits in freier Wildbahn zur Welt gekommen. Dabei sind fünf Brutpaare rund ums Stilfser Joch besonders erfolgreich. Auch in den Hohen Tauern hat es erfolgversprechende Brutversuche gegeben.

Von den beiden im Jahr 2004 im Ködnitztal freigelassenen Bartgeiern ist "Hubertus" nach alpenweiten Flügen wieder in die Heimat zurückgekehrt und hält sich in den Osttiroler Bergen auf. Er wird bald die Junggeier im Dorfertal besuchen kommen und dann eine beeindruckende "Flugshow" bieten.

Sowohl die Freilassungen 2001 im Innergschlöss als auch 2004 im Ködnitztal waren für Gäste und Einheimische ein Erlebnis der besonderen Art. Der Nationalpark richtet auch heuer wieder über den ganzen Sommer eine Beobachtungsstation mit Spektiven und fachkundigem Betreuungspersonal ein. Bis zur 1. Augustwoche können die Geier im Horst beobachtet werden, danach können sie im Flug bestaunt werden.

Allerdings haben die beiden Junggeier noch keine Namen und die Nationalparkverwaltung bittet um Mithilfe. Auf der homepage des ORF kann unter http://tirol.orf.at/magazin/aktionen/stories/203764 ein Wunschnamen online eingesendet werden.

Nationalparkdirektor Hermann Stotter würde sich über eine zahlreiche Beteiligung von Gästen und Einheimischen bei der Freilassung freuen. Treffpunkt ist am Freitag, 13. Juli um 13:00 Uhr der Pavillon in Kals am Großglockner. Nach der Vorstellung der Geier geht es zu Fuß (oder per Taxi-Zubringer) hinein ins Dorfertal zum Freilassungshorst.

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