Böse Mädchen, gefallene Engel

Donnerstag, 05. Juli 2007, 14:25 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

SPÖ-Veranstaltung zur Situation von Frauen in Gefängnissen


In der Reihe "Frauenstammtische" haben die SPÖ-Frauen Innsbruck mit ihrer Vorsitzenden NRin Gisela Wurm zur Situation von Frauen in Gefängnissen eine Analyse der Istsituation präsentiert und Ausblicke in eine sozialere Strafpraxis anhand des Haftentlastungspaketes der SPÖ-Regierung diskutiert. Mit großem Engagement konnten die Veranstalterinnen GRin Angela Eberl, Monika Öfner und Dr.in Ingeborg Scharmer die Leiterin der Justizanstalt Feldkirch und die Abteilungsleiterin von "Neustart" Tirol als Referentinnen für diese Veranstaltung gewinnen.

Frau Mag.a Krista Schipper, Leiterin der Justizanstalt Feldkirch, informierte über ihre umfassende Tätigkeit. In Feldkirch sitzen 135 Häftlinge, davon 5 Frauen ein. Es gibt dort keine Mutter-Kind-Unterbringung. Die Zahl der Haftinsassinnen in Innsbruck beträgt 29 von insgesamt 430 Häftlingen. In Innsbruck besteht die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Unterbringung bis zum 3. Lebensjahr des Kindes.

Frau Dr.in Waltraud Kreidl, Abteilungsleiterin von ‚Neustart’ Tirol betonte, dass der Strafvollzug ein "Unterschichtproblem" ist und besonders Frauen nach der Haft rasch wieder in Abhängigkeitsverhältnisse geraten. Wohnungslos und ohne Arbeit geraten Frauen zumeist wieder an die "falschen" Männer und die Kriminalitätsspirale dreht sich weiter…

"Auf die spezifische Problematik von Frauen in Gefängnissen muss ein besonderes Augenmerk gelegt werden", betont Gisela Wurm und verweist dabei auf die soziale Situation und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft für Betroffene. Mit dem gleich bleibend geringen Anteil der Frauenkriminalität von 22 % aller Vergehen und Verbrechen in Österreich und der vernachlässigbaren Rückfallshäufigkeit gehören Frauen jedenfalls zur angepassteren Bevölkerungshälfte. In den Justizanstalten Österreichs verbüßen derzeit lediglich rund 5 % Frauen eine Haftstrafe.

"Was noch fehlt, ist die Möglichkeit, Schul- und Berufsausbildung nachzuholen. Der in Innsbruck noch fehlende Deutsch-Sprachkurs wäre ein erster Schritt dazu", fordert Gisela Wurm abschließend.

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