Die Demonstration mit 30.000 (Polizeiangaben) bis 80.000 (VeranstalterInnen) TeilnehmerInnen begann und verlief über weiteste Strecken friedlich, bunt, fröhlich. SambaAttac trommelte, viele tanzten. Anfangs verhielt sich die Polizei im Hintergrund und war wenig sichtbar.
- Gegen Ende attackierten einige DemonstrantInnen zunächst einen leer stehenden Polizeiwagen, der als Provokation empfunden wurde, woraufhin sich kleinere Straßenschlachten zwischen einigen hundert DemonstrantInnen und der Polizei entwickelten.
- Nach einer Phase der Beruhigung, als der Großteil der Demonstration in der Endstation im Hafen angelangt war, entzündeten sich erneut Scharmützel zwischen DemonstrantInnen und der Polizei. Die DemonstrantInnen warfen mit Pflastersteinstücken und Glasflaschen, die Polizei setzte Pfefferspray, Tränengas und Wasserwerfer ein.
- Dabei wurden nach neueren Angaben rund 400 Polizeibeamte verletzt (lange hieß es 125) und rund 500 DemonstrantInnen, jeweils 20 bis 30 davon schwer.
- Damit zur Hauptbotschaft: Das Rostocker Bündnis wurde von 124 Organisationen geschlossen, die gemeinsam eine friedliche Demonstration vereinbarten und auch einhielten. In dem Bündnis war ein großer Teil der linksradikalen Szene eingebunden, von denen geschätzte 7.000 bis 8.000 -
überwiegend schwarz gekleidet - vor Ort waren. Die absolute Mehrheit von ihnen war friedlich.
- An den Auseinandersetzungen mit der Polizei beteiligten sich nur einige hundert Demonstrantinnen, die nicht Teil des Organisationsbündnisses waren und die die friedliche Absicht und Strategie des Bündnisses mit ihrer Eskalationsstrategie unterliefen, was von Seiten der OrganisatorInnen, inklusive der interventionistischen Linken, scharf verurteilt wurde.
- Eine Minderheit von - nicht kooperativen - DemonstrantInnen hat es geschafft, den Großteil der Medienaufmerksamkeit vom breiten friedlichen Protest und der inhaltlichen Botschaft auf die "Gewalt" zu lenken. Viele von uns kamen sich missbraucht vor. Nicht nur der Protest ist abgewertet und die gute Stimmung teilweise zunichte gemacht worden, auch die Aktionen der folgenden Tage stehen in Frage.
- Natürlich trifft die Medien ein Teil der Verantwortung. Ein (!) Auto wurde angezündet. In den Medien kamen Bilder rüber, als würde ganz Rostock brennen. Doch diese Logik ist allen bekannt. So gesehen kann man von einer gelungenen Kooperation zwischen den Gewaltbereiten und den Medien sprechen.
- Für die nächsten Tage sind zahlreiche kreative Aktionen und der Alternativengipfel geplant.