Eine Impfung gegen Krebs

Freitag, 01. Juni 2007, 14:24 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Ärzte, Apothekerkammer und SP Tirol für flächendeckenden Schutz junger Frauen


Seit Herbst vergangenen Jahres ist ein Impfstoff zugelassen, der Frauen vor der oft tödlich verlaufenden Krebserkrankung am Gebärmutterhals schützt. Aus Sicht des Gynäkologen Prof. Dr. Alain Zeimet ein Meilenstein in der Geschichte der Medizin, vergleichbar mit dem PAP-Abstrich, der seit den 1960er Jahren die Krebserkrankungen drastisch reduzierte.

Allerdings ist diese Vorsorgemaßnahme noch sehr wenig bekannt, zudem sehr teuer und wird deshalb noch kaum in Anspruch genommen, wie der Präsident der Tiroler Apothekerkammer, Dr. Martin Hochstöger, erklärt. Die Kammer verlängert deshalb ihre Einführungsaktion bis Ende des Jahres. Statt 208 Euro für jede der drei notwendigen Teilimpfungen kostet das Medikament dadurch 155 Euro.

Prof. Zeimet ist "froh" über diese Aktion, wünscht sich aber eine flächendeckende Impfung aller Mädchen und Burschen im Alter von etwa 12 Jahren. "In 85 Prozent der Gebärmutterhalskarzinome kann eine HPV-Infektion nachgewiesen werden und davor kann die Impfung schützen. Das Risiko der Krebserkrankung wird dadurch um 70 Prozent reduziert", erklärt Zeimet. Vor der sexuell aktiven Zeit angewandt, wäre sie am wirksamsten. Die hohen Kosten der Impfung sollten in Relation zu den teuren Therapien gesehen werden, die der öffentlichen Hand durch Krebserkrankungen entstehen. Über die tatsächlichen Kosten einer flächendeckenden Impfaktion herrscht noch Unklarheit, die Schätzungen gehen von 11 (Hersteller) bis 25 Millionen Euro (Gesundheitsministerium). Dennoch gibt es in allen Bundesländern Bestrebungen, die Vorsorgemaßnahme in das staatliche Impfprogramm aufzunehmen, erläutert dazu SP-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling. Solche Programme werden grundsätzlich nach dem Schlüssel zwei Drittel Bund, ein Sechstel Land, ein Sechstel Sozialversicherungen finanziert. „Der Oberste Sanitätsrat hat sich bereits mehrfach für eine solche Impfaktion ausgesprochen, auch prominente Mediziner wie Professor Margreiter, der Chef der Tiroler Krebshilfe, geben entsprechende Empfehlungen ab“, sagt Schiessling.

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