Jugendliche halten unseren Traditionen einen Spiegel vor
Einzelne "Ausrutscher" von Pubertierenden könne man mit beraterischer und medizinischer Hilfe in den Griff bekommen, ist Blanik überzeugt. Mit Aufklärung über die fatalen Wirkungen von Alkohol auf den jugendlichen Körper sei einiges zu bewirken. Das tiefer liegende Problem sei der Umgang der Erwachsenen mit der Droge Alkohol, denen flächendeckend das Problembewusstsein fehle. „Wenn mir eine Marketenderin am frühen Morgen einen Schnaps anbietet, ist das so, als ob man einem Nichtraucher eine Zigarette aufnötigen würde“, sagt Blanik. Sie plädiert dafür, dass Politikerinnen und Politiker ein Zeichen des guten Vorbilds setzen und "zum Beispiel bei Landtagssitzungen auf den Alkoholausschank in der Cafeteria verzichten".
Auch Innsbrucks Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter setzt auf Vorbildwirkung. "Den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen verbieten ist wohl das letzte Mittel, zu dem manche Bürgermeister greifen müssen." Sie will anregen, dass das Innsbrucker Stadtfest im Juni ohne Alkohol auskommt. Die Gastronomen könnten mit kreativen nicht-alkoholischen Getränken punkten, meint Pokorny-Reitter. Und Landesgeschäftsführer Meinhard Eiter versteht die Diskrepanz zwischen dem rigorosen Vorgehen gegen Zigarettenkonsum und dem laschen Wegschauen beim Alkohol nicht. "Auf Betreiben der EU weist jede Zigarettenpackung auf die Schädlichkeit des Rauchens hin. Ein entsprechender Hinweis auf harten alkoholischen Getränken wäre da mindestens so angeraten", meint Eiter.