Gesellschaft ist gefordert und nicht ein neues Regelwerk!
Viele Fragen, die mit einer Umsetzung solcher "Ampelausweise" einhergehen würden, bleiben außen vor: Wer stellt die Ausweise aus? Wer bezahlt die teureren Ausweise? Wird nach dem Schuljahr oder dem Geburtstag ausgestellt? Müssen die SchülerInnen dann selbst einen Antrag auf "Umfärbung stellen", wenn sie das entsprechende Alter erreichen? etc. "Abgesehen von diesen Fragen, weiß doch die JVP aus empirischen Versuchen, dass die Farbenlehre beim Alkoholausschank nicht funktioniert. Man erinnere sich an die Handbändchen, die sie vor einiger Zeit ersann! Wenn Jugendliche Alkohol wollen, dann bekommen sie ihn auch." sagt Miloradovic. "Aber scheinbar hat der letzte PISA Test ergeben, dass unsere Tiroler WirtInnen nicht in der Lage sind Ausweise zu lesen. Deswegen brauchen wir Farb-Codes, damit es auch wirklich jeder erkennt!" meint Miloradovic zynisch. "Aber wer braucht schon Ausweise, wenn sie sowieso niemand kontrolliert!"
Die Gesellschaft als gesamtes muss umdenken. Einfach immer nur die Jugendlichen an den Pranger zu stellen, wird keine Lösung bringen. "Wenn sich die Erwachsen ständig einen hinter die Binde hauen, sollte es niemanden verwundern, wenn die jungen Menschen, die Erwachsene werden wollen, alles tun, um den Erwachsenen so ähnlich wie möglich zu sein!" meint Miloradovic abschließend.