100 Prozent Macht für fünf Prozent Bauern?

Freitag, 06. April 2007, 17:16 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Ist Steixners Image-Kampagne ein erster Schritt auf den Landeshauptmannthron?


"Die furiose Ankündigung von Bauernlandesrat Anton Steixner, über eine "Halbenteignung" von Agrarbesitz den Wohnbau sozialer zu gestalten, klingt beim ersten Hinhören nicht schlecht, ist in Wahrheit aber eine Bedrohung", kommentiert der Landesparteigeschäftsführer der SPÖ, Meinhard Eiter, den bauernschlauen Winkelzug Steixners. Eiter zitiert der in diesem Zusammenhang den AK-Präsidenten Fritz Dinkhauser: "Steixner will offenbar Landeshauptmann werden!"

"In der Sache geht es darum, dass Steixner öffentliches Gut, das über Agrargemeinschaften der Allgemeinheit abgeluchst wurde, nicht an die Gemeinden zurückgeben will. Der soziale Wohnbau, Baulandmobilisierung und die Garantie für günstige Grundstückspreise sind nämlich bei den Kommunen und nicht bei den Bauern am besten aufgehoben", betont Eiter.

Politisch will Steixner dem Bauernbund wieder zu mehr Macht verhelfen. "Mit Landesrat Steixner und Hauptgeschäftsführer Keuschnigg hat die Volkspartei wieder zwei starke Bauernvertreter in ihren Reihen, die nur eines im Sinn haben: Die Macht der Bauern stärken. Anders ist es nicht zu erklären, dass jetzt die Bauernzeitung bereits an jeden Haushalt Tirols verschickt wird", stellt Eiter klar, der sich fragt: „Wer bezahlt solche sündteure Kampagnen?"

"Tatsache ist", so Eiter, "dass in Tirol die Bauernkammer mit Landesmitteln subventioniert wird wie sonst nirgends. Während Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer über Mitgliedsbeiträge finanziert werden, sieht das Tiroler Landesbudget aus Mitteln der Wirtschaftsförderung und anderen Töpfen Bauerngelder von jährlich fast 50 Mio. Euro vor", erklärt Eiter, der aufzeigt: "In Tirol arbeiten derzeit etwa 40.000 Menschen in der Landwirtschaft. Das sind bei einer Bevölkerungszahl von 700.000 und etwa 500.000 Wahlberechtigten etwa fünf Prozent. Steixner, Keuschnigg & Co. wünschen sich aber genau für diese Minderheit offenbar 100 Prozent der Macht. Wie die TirolerInnen diesen Machtanspruch bewerten, sehen wir spätestens bei den Landtagwahlen im nächsten Herbst - eine Wahl, auf die sich die SPÖ schon jetzt sehr freut!"

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