Mit nacktem Oberkörper und kurzen Hosen teeren sie bei großer Hitze unsere
Strassen, klettern auf Baugerüste, decken Dächer und pflastern Wege. Die
Arbeit im Freien stellt für die rund 17.000 Tiroler Bauarbeiter ein
zunehmendes Risiko für ihre Gesundheit dar.
"Neben der enormen körperlichen Belastung durch die Hitze bringt die
dauernde Arbeit im Freien auch eine beträchtlichen Gefährdung durch
Ultraviolett(UV)-Strahlung. Deshalb startet die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH)
in diesem Frühjahr gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt
(AUVA) eine Sonnenschutz-Aktion. Wir informieren über die Risiken, die
Schutzmaßnahmen und verteilen wirksame UV-Sonnenschutzcremen und werden
gemeinsam mit der AUVA zwei Baustellen besonders betreuen und beobachten.
Denn auch die harten Männer auf den Tiroler Baustellen haben eine
empfindliche Haut", erklärt Christian Hauser, Tiroler Landessekretär der
Gewerkschaft Bau-Holz.
"Der Start für diese Aktion ist nicht zu früh gewählt. Denn die
UV-Strahlung ist bereits im Frühjahr sehr hoch und die Haut der Bauarbeiter
ist jetzt besonders empfindlich. Daher sind ein sinnvoller Umgang mit der
Sonne und geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich", sagt Dr. Heinz Fuchsig
von der Tiroler AUVA. Die AUVA möchte gemeinsam mit der GBH über richtiges
Verhalten für Arbeiten im Freien und Schutzmaßnahmen gegen UV-Strahlung
informieren und in Schwerpunktaktionen die Anwendung von Schutzmaßnahmen
auf Baustellen trainieren. "Wir informieren die Bauarbeiter über die nicht
nur angenehmen Seiten der Sonnenstrahlung und über die Schutzmaßnahmen.
Bauarbeiter sollen sich nicht unnötig der UV-Strahlung aussetzen. Das
heißt, auch wenn es schwer fällt, möglichst viel Kleidung anziehen, einen
Sonnenschutzbrille tragen und unbedeckte Körperteile mit
Sonnenschutzmitteln eincremen", so Dr. Heinz Fuchsig.
"Die Strassen- und Bauarbeiter sind einer großer Hitze ausgesetzt und damit
eine nicht zu unterschätzende Risikogruppe für Hautkrebs. Sonnenbrand als
leichteste Schädigung erhöht die Wahrscheinlichkeit, in späteren Jahren an
Hautkrebs zu erkranken. Der Sonnenbrand von heute ist der Hautkrebs von
morgen. Gerade die Langzeitwirkungen macht die UV-Strahlung der Sonne so
tückisch", warnt Dr. Georg Weinlich, Leiter der Melanonambulanz in
Innsbruck. "Auch Menschen mit von Natur aus einen leicht gebräunten Teint
müssen Sonnenschutzmaßnahmen beachten. Dieser verlängert zwar die
Eigenschutzzeit der Haut, einem Achtstundentag hält aber auch er nicht
unbeschadet stand", so Dr. Georg Weinlich abschließend.