Lichtenberger: Kniefall der EU-Kommission vor der Autoindustrie
Als herben Rückschlag für den europäischen Klimaschutz wertet die GRÜNE Europaparlamentarierin Eva Lichtenberger den stark verwässerten Kompromiss der EU-Kommission bei der PKW-Abgasnorm. Die vom Parlament und Umweltkommissar Dimas angepeilte Regelung zur gesetzlichen Begrenzung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen sei durch intensiven Lobbying der Automobilindustrie und mit Unterstützung der deutschen EU-Präsidentschaft verhindert worden, so Eva Lichtenberger:
"Angesichts der alarmierenden Fakten im eben vorgelegten UNO-Klimaschutzbericht und den Berechnungen des ,Stern'-Reports ist es unbegreiflich, warum die EU-Kommission vor den Automobilkonzernen in die Knie gegangen ist. Den Schaden hat nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft. Eine große Chance, um bei ökologisch sinnvoller Innovation auf die Überholspur zu gehen, ist verpasst worden," verdeutlicht die Tiroler EU-Abgeorndete.
Stattdessen habe die EU-Kommission bei der Entwicklung von treibstoffsparenden Autos den Rückwärtsgang eingelegt. Noch im Jahr 1998 hatte sich die Automobilindustrie freiwillig dazu verpflichtet, die Abgase auf 120 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. "Warum dieses vom Parlament und Umweltkommissar geforderte Ziel plötzlich nicht mehr erreichbar sein soll, ist völlig unverständlich. Kurzfristige Konzerninteressen sind der Kommission wohl wichtiger als eine längst überfällige Offensive im Bereich Klimaschutz," so das ernüchternde Fazit von Eva Lichtenberger.