Pokorny-Reitter: Nachfrage nach städtischen Wohnungen beruhigt sich kurzfristig
"Im heurigen Jahr vergibt die Stadt Innsbruck ca. 460 neu gebaute Mietwohnungen. Diese werden 2007 und 2008 besiedelt", schildert SP-Wohnungsstadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter die gute Nachricht für jene, die auf der Suche nach einer leistbaren Wohnung sind. Der Grund: Die Häuser am Tivoli-Gelände und Lohbach II sind heuer und nächstes Jahr bezugsfertig. "In den vergangenen drei Jahren ist die Vormerkliste für städtische oder gemeinnützige Mietwohnungen um durchschnittlich 230 AntragstellerInnen pro Jahr angestiegen. Mit der Vergabe von knapp 460 Wohnungen kann demnach der Zuwachs von zwei Jahren aufgefangen werden", so Pokorny-Reitter. Weitere 400 Mietwohnungen können voraussichtlich 2009 besiedelt werden. Das bedeutet eine Beruhigung bei der Nachfrage nach städtischen Wohnungen.
"Die Entspannung ist allerdings nur vorübergehend", warnt Pokorny-Reitter. "Sollte nicht intensiv weitergebaut werden, steht die Stadt in drei Jahren wieder vor einem Dilemma." Die Zahl der Anträge auf eine städtische oder gemeinnützige Mietwohnung hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt, seit Herbst 2000 sogar verdreifacht. Die Umsetzung der Richtlinie 2003/109/EG lässt einen starken Andrang auf die Vermerkliste erwarten. Aktuell liegen beim Wohnungsamt 2471 Anträge auf Mietwohnungen vor, dazu 1059 Anträge auf eine Eigentumswohnung.
"Dass so viele Menschen um eine leistbare Wohnung ansuchen, hängt damit zusammen, dass in Innsbruck die Preise am freien Markt besonders hoch sind", erklärt Pokorny-Reitter. Dazu kommt, dass die Zugangsmöglichkeiten zu städtischen und gemeinnützigen Wohnungen erleichtert und die Einkommensgrenzen hinaufgesetzt wurden. "Und gebaut wurde in den letzten Jahren auch nicht viel", so die Stadträtin.
Wie sehr viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker unter den hohen Wohnungskosten leiden, werde auch daran deutlich, dass über 5500 AntragstellerInnen im vergangenen Jahr Mietzins- und Annuitätenbeihilfen bekommen haben.
"Wir dürfen also trotz der kurzfristig guten Prognose die mittelfristige Sicht nicht außer Acht lassen", schließt Pokorny-Reitter und fordert, die Wohnbautätigkeit intensiv fortzusetzen.