Bachmann: Agrargemeinschaft behindert wirtschaftliche Entwicklung auf Kosten der Gemeinde
"Es kann nicht sein, dass die Agrargemeinschaft im Dorf eine Nebenregierung bildet und zum Nachteil der gesamten Bevölkerung die wirtschaftliche und touristische Entwicklung behindert", meint SP-Landwirtschaftssprecher Helmut Bachmann zur Situation in Götzens, wo die Seilbahnerschließung zur Mutterer Alm an der überhöhten Pachtforderung der Agrargemeinschaft Götznerwald zu scheitern droht.
"Dieser Fall steht stellvertretend für viele Gemeinden, die ihr Gemeindegut im Zuge von fragwürdigen Regulierungen entschädigungslos an Agrargemeinschaften verloren haben", so Bachmann. Allerdings stünden die Gemeinden den Agrariern nicht mehr so schutzlos gegenüber wie früher. "Götzens kann der Testfall für die Flurverfassungsnovelle werden", so der SP-Agrarexperte. Dazu müsste die Gemeinde ein Verfahren auf Abänderung des Regulierungsplanes anstreben.
"Damit wird der ursprüngliche Rechtszustand wieder hergestellt. Den Bauern bleiben die zur Bewirtschaftung ihrer Höfe notwendigen Holz- und Weidenutzungsrechte, alle anderen nichtagrarischen Erlöse und Nutzungen des Gemeindegutes kommen der Gemeinde und damit dem Wohle der gesamten Bevölkerung zugute", so Bachmann. Dem "Hineinregieren" in die Gemeinden und dem Spekulieren mit dem Gemeindegut müsse endlich ein Ende gesetzt werden.
Die Situation um den Waldaufseher in Götzens sei rechtsstaatlich bedenklich und rasch abzustellen. Es sei unvereinbar, dass sich der Vize-Obmann der Agrargemeinschaft als Waldaufsichtsorgan selbst kontrolliert, so Bachmann abschließend.