20Mehr arbeitslose Jugendliche als St. Pölten EinwohnerInnen

Samstag, 20. August 2005, 14:37 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Wahnsinn, heute haben wir in Österreich schon mehr arbeitssuchende Jugendliche als Österreichs jüngste Landeshauptstadt - St. Pölten - EinwohnerInnen hat", stellt Josef Stingl, stv. Bundesvorsitzender des GLB schockiert fest. "Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige, inkl. Arbeitssuchende in Schulungen) ist seit dem Jahr 2000 um 87 Prozent gestiegen und lag im Juni 2005 bei 51.970 Jugendlichen Arbeitsuchenden (Juni 2000 - 27.731) ." Auch die Berufsausbildung liegt im Argen, laut Arbeiterkammer haben derzeit über 19.000 Jugendliche keine betriebliche Lehrstelle. Gab es im Juli 2004 16.981 Lehrstellensuchende waren es Ende Juli 2005 19.066, ein Plus von 12,3 Prozent. Dem gegenüber stehen nur 2.623 offene Lehrstellen.

Zu Tirol meint Stingl: "Im heiligen Land steht`s für die Zukunft unserer Jugend nicht besser, immer mehr Betriebe, inklusive der ÖBB, verzichten darauf, Lehrlinge auszubilden." Selbst für den Tiroler AMS-Chef Kern zeichnen die Arbeitsmarktdaten des ersten Halbjahres 2005 eine schwierige Situation, und den Lehrstellenmarkt bezeichnet er als "bleibend angespannt".

In dem Zusammenhang wirft der stv. GLB-Bundesvorsitzende der Wirtschaft "Doppelzüngigkeit" vor. Sie klage bei jeder Gelegenheit über den FacharbeiterInnenmangel in Österreich und stehle sich ständig und gezielt aus ihrer Verantwortung die notwendigen FacharbeiterInnen auch auszubilden. Daher verlangt der GLB, die vollständige Integration der Berufsausbildung in das öffentliche Bildungssystems. Eine qualifizierte Ausbildung für alle in Österreich lebenden Jugendlichen ist nur über die Errichtung eines öffentlichen Berufsausbildungswesen zu erreichen.

Kurzfristig ist eine gesetzliche Ausbildungsverpflichtung für Großbetriebe und einen Ausbildungsfonds, über den auch nicht ausbildende Firmen etwas zur Finanzierung der Lehrlingsausbildung beitragen, notwendig. "Denn, wie lange können wir es uns noch leisten, dass es statt zur Förderung von Talenten, zur Verschwendung deren durch Jugendarbeitslosigkeit kommt?", so Stingl.

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