Nachhilfe für Dorfkaiser

Mittwoch, 03. Januar 2007, 13:36 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

SPÖ-Schulsprecher Auer empfiehlt Landesrat Koler in Sachen nachmittagsbetreuung mehr Überzeugungsarbeit bei Dorfchefs

Als eine "harte Geburt mit intensiven Nachwehen" bezeichnet Tirols SPÖ-Schulsprecher LA Josef Auer die im Herbst gestartete schulische Nachmittagsbetreuung. "Bildungslandesrat Erwin Koler hat sich seine Vaterschaft wohl leichter vorgestellt. Er, der mit diesem Projekt wie die Jungfrau zum Kind kam, muss jetzt das Neugeborene großziehen", analysiert Auer, der in den vergangenen Monaten eine enorme Schieflage in der Diskussion ortete: "Großteils wurden die Falschen geprügelt!"

"Prügeln war pädagogisch nie wertvoll", kommentiert Auer die Tatsache, dass in der Startphase fast nur den LehrerInnen der schwarze Peter zugeschoben wurde. Für Auer gab es immer schon andere Hauptverantwortliche, was mittlerweile auch von LR Koler bestätigt wird. "Nicht mitgezogen haben viele Dorfkaiser", sagt Auer, den das jüngste Zitat des Bildungslandesrates bestätigt. Kolers Aussage - "die ideologische Auffassung mancher Bürgermeister, die Frauen sollen zu Hause bei den Kindern bleiben" - zeichnet ein düsteres Bild der großteils schwarz regierten Gemeinden.

Auer: "Das konservative Weltbild der ÖVP ist längst aus den Fugen geraten. Einerseits wird der Turbokapitalismus forciert, was Frauen als billige Arbeitskräfte impliziert. Andererseits sollen Frauen zu Hause die Mütterlein spielen, was in sich ein Widerspruch ist."

Jetzt lautet die Devise, aus Fehlern zu lernen. Auer stellt klar: "Bis zum heurigen Herbst muss es uns gelingen, in den vielen Gemeinden ohne Nachmittagsbetreuung die Dorfchefs von der Wichtigkeit dieser familienpolitischen Einrichtung zu überzeugen. Koler muss in den Gemeinden Infoveranstaltungen einfordern. Zettel ausschicken allein ist zu wenig!"

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