Eine Stellungnahme der Vorsitzenden des Gewerkschaftlichen Linksblocks in der GPA (GLB-GPA), Selma Schacht: Am 12.Dezember einigten sich die Arbeitgeber der BAGS (Gesundheits- und Sozialberufe) und die Gewerkschaften GPA, HGPD und HTV auf einen Lohnabschluss von 2,7% (auf KV-Lohn, 2,65% auf den IST-Lohn). Am Beginn der Verhandlungen stand der Gewerkschafts - Beschluss, 4,1% zu fordern und dafür jegliche Diskussion um andere Inhalte des Kollektivvertrags hinan zu stellen. Die Arbeitgeberseite beantwortete dies mit dem undiskutablen "Angebot" von 1,4 % - und siehe da, die Gewerkschaftsforderungen schmolzen nur so dahin.
War Anfangs von 4,1% die Rede, lag man bald nur mehr bei "na schon mindestens drei Prozent" bis hin zu "2,7% ist wirklich die unterste Schmerzgrenze".
Die Schmerzgrenze ist (nicht erst jetzt) erreicht - und die GPA übertitelt dies mit "erfolgreicher KV-Abschluss" und freut sich über "doch noch einen Reallohnzuwachs".
Die 37.000 Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich müssen also auch in Zukunft im Niedriglohnsektor arbeiten, die Masse der "working poor" - gerade hier sind viele Frauen, und diese oft teilzeit, beschäftigt - wird weiter ansteigen.