AK-Vollversammlung: Tirol braucht attraktiveren und günstigeren Öffentlichen Personennahverkehr!

Dienstag, 13. Dezember 2005, 18:44 Uhr

Beitrag von: GLB

Die Vollversammlung der AK Tirol hat in einer einstimmigen Resolution vom Land Sofortmaßnahmen zur Entlastung der Tiroler Pendler verlangt: Der VVT Tirol hat österreichweit die höchsten Preise! Diese gehören sofort reduziert! Weiters wird die Erweiterung der Freifahrt für Schüler und Lehrlinge neuer Ausbildungszweige verlangt und schließlich die Einführung einer AZUBI-Card vorgeschlagen.

Derzeit ist die Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Tirol gekennzeichnet von Ausdünnung, Stagnation und exorbitanten Preissteigerungen. Rund 160.000 Menschen, also beinahe jeder zweite Beschäftigte in Tirol muss zur Arbeit pendeln. Die Alternative für die Pkw-Benützung, Bahn und Verkehrsverbund Tirol, zählen bei ihren Tarifen zu den teuersten in ganz Österreich.

Seit Gründung des VVT vor zehn Jahren haben sich die Fahrpreise um satte 70 Prozent verteuert, während das Tiroler Durchschnittseinkommen lediglich um 18 Prozent gestiegen ist. Die VVT Tarife sind österreichweit überhaupt die teuersten. So betragen die Preisunterschiede zu Vorarlberg bei einer Monatskarte über 40 Prozent, bei Jahreskarten beträgt die Differenz sogar über 50 Prozent. Im Bereich der Stadtverkehre betragen die Differenzen bei einer Monatskarte über 54 Prozent und satte 63 Prozent bei einer Jahreskarte!

TARIFE SENKEN

Die Vollversammlung der AK Tirol fordert das Land daher auf, die Tarife für Tiroler Berufspendler deutlich zu senken und damit dem Beispiel der Länder Südtirol und Vorarlberg zu folgen. Eine Reduktion der Fahrtkosten entlastet Berufspendler, stärkt die Familieneinkommen und damit die Tiroler Kaufkraft.

Es geht vor allem darum, dass sich das Land zu einer Prioritätensetzung im Verkehrsbereich bekennen muss. Nur so kann ein nachhaltiges Signal für die konsequente und dauerhafte Benutzung von Bahn und Bus auf dem Weg zum Arbeitsplatz gesetzt werden.

JUGENDLICHE STÄRKER BERÜCKSICHTIGEn

Alle Tiroler Schüler und Lehrlinge können für ihren täglichen Weg von und zur Schule, zur Ausbildungsstätte oder zur Berufsschule die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt beanspruchen.

Das derzeitige System zielt einerseits auf Schulzeiten bzw. Kernzonen, Ferien- und Freizeiten bleiben dabei unberücksichtigt. Andererseits hat sich mittlerweile eine Reihe von Weiterbildungsstätten etabliert, die die Voraussetzungen für Schüler- bzw. Lehrlingsfreifahrten nicht erfüllen. Dazu zählen beispielsweise das Landeskonservatorium, die Ausbildungsstätte für Zahnarzthelferinnen sowie das AZW mit dem riesigen Ausbildungszweig für Pflegeberufe. Darüber hinaus müssen Tausende Schüler von Berufsbildenden Höheren Schulen Praktika absolvieren.

Die AK-Vollversammlung ersucht daher die Tiroler Landesregierung um die Einführung und Finanzierung einer Tiroler Jugend-Karte zur Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland Tirol während des ganzen Jahres.
Außerdem sollte eine sogenannte AZUBI-Card eingeführt werden. So können auch jene Auszubildende, die weder in einem anerkannten Lehrverhältnis stehen noch an einer anerkannten öffentlichen Schule unterrichtet werden, die oftmals hohen Ausgaben für Fahrtkosten senken.

AK-Tirol, 22.11.05

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