Seit 1995 ergeben sich bei den Mineralölprodukten
hohe Steigerungsraten. Gegenüber dem Jahre 1995 ist beispielsweise der
Dieselpreis um knapp 60 Prozent, der Heizölpreis sogar um fast 120 Prozent
gestiegen! Damit ergeben sich für viele Tiroler Haushalte hohe zusätzliche
Belastungen. In diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist, dass das Tiroler
Durchschnittseinkommen bei den Arbeitnehmern, im Vergleich zu den anderen
Bundesländern, zu den niedrigsten in Österreich zählt. Trotz
der Anhebung der Pendlerpauschale im Jahr 2005 steigt auch
die finanzielle
Belastung der Tiroler PendlerInnen noch zusätzlich stark
an.
Die wichtigsten Kenngrößen
(Steigerungen seit 1995):
Der Tiroler ÖGB-Vorsitzende Franz Reiter: "Im Jahr 2005 hat ein Arbeitnehmer, der täglich 40 Kilometer pendeln muss, 160 Euro mehr fürs Pendeln ausgeben müssen. Geht man von einem Durchschnittseinkommen aus, hat ihm die erhöhte Pendlerpauschale nur 17 Euro zusätzlich eingebracht." Rund 60 Prozent aller Tiroler ArbeitnehmerInnen müssen täglich ihre Heimatgemeinde verlassen, um zur Arbeit zu gelangen. Der ÖGB Tirol fordert in diesem Zusammenhang eine wirksame Entlastungen für PendlerInnen mittels höheren Kilometergeld und einen Pendlerabsetzbetrag, statt der viel zu niedrigen Pauschalen".
Extreme Preisausschläge gab es auch beim Heizöl: Hier ergibt sich im Vergleichszeitraum 1995 bis 2006 eine Preissteigerung um mehr als 118 Prozent (1.000 Liter). Konkret bedeutet dies, dass etwa für eine 80-Quadratmeter-Wohnung die Heizkosten zwischen 1995 und 2006 von durchschnittlich 230,80 Euro auf 504,70 Euro gestiegen sind. Eine besondere Belastung stellt die Heizölverteuerung für die Bewohner eines 130-Quadratmeter-Hauses dar: Hier stieg die Durchschnittsbelastung von jährlich 786,60 Euro auf 1.718,70 Euro! Die steigenden Energiepreise treffen die unteren Einkommen besonders hart.
Anteil der energierelevanten Kosten am Netto-Jahresverdienst:
| Nettoverdienst | Energie- belastung 1995 | Energie- belastung 2005 |
| ¤ 8.200,-- | 27,5 % | 36,8 % |
| ¤ 12.000,-- | 18,8 % | 25,1 % |
| ¤ 17.600,-- | 12,8 % | 17,1 % |
| ¤ 25.600,-- | 8,8 % | 11,8 % |
|
über |
3,7 % | 5,0 % |
Quelle: AK-Tirol und ÖGB-Tirol