In Hall geht das Bangen um die Zukunft nach dem
bevorstehenden Verkauf der Tiroler Röhrenwerke um. Aus der Zeitung
erfuhren sie, dass der Haller - finanziell gesunde - Traditionsbetrieb wieder
einmal zum Verkauf angeboten wird. "So werden nach der Schließung der
Elektra-Bregenz, der Austria-Tabak, ... weitere Tiroler Arbeitsplätze
entsorgt", kritisiert Josef Stingl, stv. Bundessprecher des GLB.
Derzeitige Unternehmensmutter ist die Firma Buderus Guss, die wiederum zum deutschen Bosch Konzern gehört. Bosch will sich von Buderus Guss mit insgesamt fast 2000 MitarbeiterInnen trennen. Der Verkaufstermin steht seitens des Konzerns fest: 30. September 2005. Wer die Kaufinteressenten sind, blieb weiter unklar. Fest steht aber, dass die Tiroler Röhrenwerke nicht alleine - etwa an eine Tiroler Investorengruppe verkauft werden, sondern nur mit der gesamten Buderus Gusssparte.
Betriebsratsobmann Norbert Klotz ist beunruhigt, die Schließung wird befürchtet. "Die Belegschaft ist bereit, geschlossen für den Erhalt des Werkes in Hall und für die Arbeitsplätze zu kämpfen." Stingl sagt für dem GLB den Kolleginnen und Kollegen der Tiroler Röhrenwerke volle Unterstützung zu: "Das ein Betrieb nach dem anderen verkauft und geschlossen wird löst berechtigt bei der Bevölkerung große Ängste aus. Es ist aber leider nur die Spitze des Eisberges. Es steht das gesamte öffentliche Eigentum zum Ausverkauf frei - egal, ob es sich dabei um noch vorhandene Staatsanteile an der Industrie, um Energiebetriebe, Verkehrseinrichtungen, Post, soziale Dienstleistungen oder kommunales Eigentum handelt. Setzen sich die Privatisierer voll durch, dann bleibt nichts mehr von dem übrig. Und wo der totale Markt herrscht, bleiben soziale Interessen auf der Strecke. Ziviler Ungehorsamkeit sei daher unabdingbar."
Zahmer gibt sich Franz Riepl, Zentralsekretär der GMT: "Beim Kauf von Buderus Guss vor zwei Jahren hat Bosch noch versprochen, dass alles beim Alten bleibt. Heute sehen wir, was wir von solchen Zusagen zu halten haben. Nachdem Bosch aber ein angesehener, international tätiger Konzern ist, gehen wir Gewerkschaften davon aus, dass Bosch sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst ist und alles daran setzt, den Standort Hall zu erhalten."
Vorsorglich rufen aber GMT und GPA zu Unterstützungsaktion auf. Damit soll der Druck auf Bosch erhöht werden, die Anliegen der Beschäftigten ernst zu nehmen. Die Unterschriftenlisten zur Unterstützung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen sollen bis 20. Juli an die angeführte Faxnummer geschickt werden!
Unterschriftenliste zum Downloaden [PDF.Datei | 12 KB | zum downloaden mit rechter Maustaste anklicken, ansonsten öffnet sich das Dokument im Browserfenster]
Man kann dem Konzernbetriebsrat auch per E-Mail eine Solidaritätserklärung schreiben: konzernbetriebsrat@aon.at.