Dinkhauser agiert fremdfeindlich, GLB verlangt Rücktritt

Mittwoch, 20. Juli 2005, 12:28 Uhr

Beitrag von: GLB

"Nach Klein-Ankara bekommen wir nun auch ein Klein-Mecklenburg! Wenn ich über die Marke Tirol rede, möchte ich das tirolerisch machen, und nicht sächsisch oder türkisch!", so AK-Präsident Fritz Dinkhauser im November 2004. Ein einmaliger fremdenfeindlicher Ausrutscher? "Nein, vor wenigen Tagen erklärte er vor laufender Kamera, die deutschen Angestellten im Tourismus seien unsere Feinde. Er wolle die Deutschen vor, und nicht hinter der Bar sehen", so Josef Stingl, Sprecher des GLB-Tirol. "Damit ist er rücktrittsreif!" Stingl erinnert auch an die letzte AK-Vollversammlung mit dem neuen WIFO-Chef Angerer. Als dieser auf die angespannte Arbeitsmarktlage in Tirol und die rund 9000 deutschen Beschäftigten im Tourismus angesprochen wurde, antworte er, man könne das so sehen, dass die Ossis nur den Türken den Arbeitsplatz wegnehmen würden. Kein Aufschrei, weder von den Christlichen GewerkschafterInnen, noch von den Sozialdemokratischen, noch von den Grünen.

Die jetztigen Reaktionen von SP, FP und ... bezeichnet als Stingl scheinheilig. "Wenn SP-Chef Gschwentner von einen `unnötigen Rülpser` spricht, frage ich ihm, wo der nötige Rülpser seinerseits, zu den Dinkhauser-Aussagen im November 2004, oder bei der Kammervollversammlung war. Oder beim neuen, fremdenfeindlichen, unmenschlichen Asylgesetz, dass seine ParteikollegInnen mitbeschlossen haben." Noch schlimmer empfindet der GLB-Sprecher die "Rülpser" des FP-Obmannes Hauser. Er verlange laut Stingl den Rücktritt Dinkhausers, weil sich dieser erlaubt habe, die "deutschen Herrenrasse" zu verunglimpfen. Gleichzeitig lässt Hauser keine Gelegenheit aus, gegen die "Überfremdung" Tirols herzuziehen.

Für den Gewerkschaftlichen Linksblock ist AK-Präsident Dinkhauser rücktrittsreif. Stingl dazu: "Good bye Dinkhauser! Auf einen ArbeitnehmerInnenvertreter der Ausländerhass schürt, können wir verzichten. Die österreichische Arbeiterklasse ist multikulturell. Die Feinde sehe ich wo anders, bei den UnternehmerInnen, die MigriantInnen zum Lohndruck benutzen. Bei den UnternehmerInnen die Überstunden nicht bezahlen. Und bei der Politik, die für unsere nichtösterreichischen Kolleginnen und Kollegen Ausländergesetze mit zahlreichen Diskriminierungen in jeder Lebenslage (Arbeit nur mit Bewilligung, SaisonarbeiterInnen die nach dem befristeten Arbeitsverhältnis sich ohne Rechte wieder in ihr Heimatland zurückziehen müssen, Ausschluss von Gemeindewohnungen, usw.) schafft."

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