Alljährlich
erinnert der Weltflüchtlingstag
der Vereinten Nationen im Juni an die weltweit vielen Millionen Frauen, Männer
und Kinder, die vor Krieg und Verfolgung, Folter und Unterdrückung fliehen
müssen, aus ihrer Heimat vertrieben werden oder aufgrund der verzweifelten
Lebensbedingungen keine andere Perspektive sehen, als in ein anderes Land zu flüchten.
Alljährlich setzen sich Hilfsorganisationen und politische Initiativen am Weltflüchtlingstag für ein faires und solidarisches Klima für diese Menschen in Not ein. Die Plattform Anderes Tirol ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Personen, die sich aktiv für die Rechte und Interessen von Flüchtlingen engagieren.
Gerade heute verschlechtert sich die Situation von Flüchtlingen, die nach Österreich gelangt sind, dramatisch: Die Pläne für ein neues Asyl- und Fremdenrecht sehen weitere massive Einschränkungen beim Rechtschutz vor. Flüchtlinge die in Schubhaft geraten und sich dort in ihrer verzweifelten Lage nicht anderes zu helfen wissen, als durch Hungerstreik, sollen zwangsernährt werden. Flüchtlinge sollen den Bezirk, in den sie aufgenommen werden, nicht verlassen dürfen. Flüchtlinge, die traumatisiert sind, sollen abgeschoben werden können.
Viele Flüchtlinge sind - vor unseren Augen - obdachlos und ohne jeden geregelten Zugang zu medizinischer Versorgung und sozialen Leistungen. Gewichtige Stimmen aus der Politik und den Medien stempeln Flüchtlinge pauschal als Kriminelle ab. Flüchtlingen, die sich gegen Mißtände in ihrer Versorgung wenden, wird vorgeworfen, die Gastfreundschaft zu verletzen – als ob es nicht um Rechte und Ansprüche ginge, die allen zustehen müssen, ob Einheimischen oder Flüchtlingen! An Flüchtlingen werden radikale Einschränkungen politischer und sozialer Rechte vorexerziert, die morgen schon weitere Gruppen in der Gesellschaft treffen können.
Der Weltflüchtlingstag mahnt:
Flüchtlinge benötigen Unterstützung: ein Recht auf uneingeschränkten Zugang zu Gesundheitsleistungen und Bildungseinrichtungen, Bereitstellung qualifizierter Betreuungs- und Versorgungsangebote.
Flüchtlinge benötigen Anerkennung: einen legalen Aufenthaltstitel und die Bewilligung von Arbeitsverhältnissen zu regulären Bedingungen, Anspruch auf politische Teilhabe einschließlich dem Wahlrecht für Menschen die dauerhaft hier leben.
Flüchtlinge benötigen Respekt: ein Ende der zynischen Diffamierung gegenüber Menschen in Not.
Kick it for Respect! - Fußball und Kultur kennen keine Grenzen
Wir möchten einen öffentlichen Beitrag leisten für Wertschätzung und Solidarität gegenüber Flüchtlingen, gegen Diffamierung und Kriminalisierung, für elementare persönliche und soziale Rechte für alle.
Zum diesjährigen Weltflüchtlingstag organisieren wir ein Freundschafts-Fußballturnier mit Kulturprogramm und zahlreichen Informationsmöglichkeiten zur Situation von Flüchtlingen in Tirol.
Freundschafts-Fußballturnier Kulturprogramm / InfofestSamstag, 18 Juni 05, ab 09:00 Uhr, Fußballplatz Andechsstraße
Weitere Veranstaltungen zum Thema:
Montag, 20.06.05, ab 16:30 Uhr Hauptbahnhof Innsbruck: Verteilaktion des Tiroler Demokratischen MigrantInnenvereins ATIGF
Leben in der Illegalität. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus: die alltägliche Rechtlosigkeit. Vortrag von Dr. Philip Anderson (München), zusammen mit ARGE Schubhaft
29. June 2005, 19:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg Innsbruck
„Mensch sein heißt solidarisch sein” (Zinedine Zidane, Weltfußballer
2003)