Spätestens mit Jahresende gehört der gute, alte Krankenschein der Vergangenheit an. Er wird durch die E-Card ersetzt - eine Plastikkarte im Format einer Bankomatkarte. Statt des Krankenscheins muss man in Zukunft die E-Card zum Arztbesuch mitbringen. "Vorerst werden auf der Chipkarte `nur` Name, Versicherungsnummer und Geburtsdatum gespeichert. Aber es wird auch schon über die Speicherung der Notfallsdaten und über elektronische Rezepte via Chipkarte nachgedacht. Aber auch das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Die PatientInnen mutieren immer mehr zum gläsernen Menschen," warnt Josef Stingl, stv. Bundesvorsitzender des GLB.
So ist laut Stingl zu befürchten, dass über kurz oder lang aus der E-Card eine Multifunktionscard wird. "Ist doch fein, mit nur einer Karte den Arztbesuch, die Bankomatfunktion, die Kreditkartenfunktion und den Identitätsnachweis erbringen zu können," so der GLB-Sprecher ironisch. Nur, was heißt das, für die Menschen im Alltagsleben? Mit einem findigen Programmierer kann dann der Arzt sofort auf seinen PC ablesen, ob PatientIn auch für eine teurere Behandlung die notwendige Liquitität aufweist, oder der Bankangestellte feststellen, ob KreditnehmerIn auch gesund genug sei, den Kredit mit Zins und Zinseszins zurückzahlen zu können. Zusammengefasst: Die Chipkarte bedeutet für die Versicherten einen massiven Eingriff in den Datenschutz.