LB: Weder der 1. Mai noch der 26. Oktober als Feiertag verzichtbar

Dienstag, 17. Mai 2005, 14:12 Uhr

Beitrag von: GLB

Erbost reagiert Josef Stingl, stv. Bundesvorsitzender des GLB, auf den Vorstoß Bodenseers, die Feiertage 1. Mai und 26. Oktober abzuschaffen. Im übrigen empfiehlt Stingl dem Tiroler Wirtschaftskammerboss Geschichtsunterricht.

Wie kam es zum Feiertag 1. Mai? 1889 beschließt die Zweite Sozialistische Internationale in Paris, den Ersten Mai als Weltfeiertag der Arbeit einzuführen. Im Mittelpunkt stand der Kampf um den Achtstundentag. 1890 "feiern" erstmals in Wien und in den anderen Industriestädten der österreich-ungarischen Monarchie den Tag der ArbeiterInnen und rufen die Parole "8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Schlaf und 8 Stunden Erholung" aus!

In den Jahren danach stand der Kampf um das Allgemeine Wahlrecht im Mittelpunkt der Maiparolen . Der Ruf nach dem Frieden übertönt die Forderungen des 1. Mai 1910, denn der Schatten eines großen Krieges liegt über der Welt. Die Gewerkschaftsbewegung kämpft um die Sicherung des erreichten Zehnstundentages. In der 1. Republik wird der 1. Mai Staatsfeiertag! Als Mitglied einer Koalitionsregierung schaffte der Gewerkschafter Ferdinand Hanusch die Grundlagen einer sozialpolitischen Erneuerung, der Achtstundentag, die erste Forderung der Maidemonstration, ist verwirklicht. ...

Stingl: "Im übrigen Herr Bodenseer, wenn ihnen die kirchlichen Feiertage heilig sind, und sie, wie sie behaupten, diese nicht antasten wollen, Papst Pius XII proklamierte 1955 vor etwa 200.000 italienischen Arbeitern das Fest des "St. Josef der Arbeiter", dass alljährlich in der ganzen Welt am 1. Mai gefeiert werden soll."

Der 26. Oktober wiederum ist Feiertag, da an diesem Tage, im Jahre 1955 das Neutralitätsgesetz beschlossen wurde und damit der Staatsvertrag, der dieser Tage sein 50jähriges Bestehen feiert, in Österreich "ratifiziert" wurde.

"Aufgrund dieser historischen Hintergründe frage ich mich", so Stingl, "von welcher Geisteshaltung so mancher Wirtschaftsboss, wie etwa Bodenseer getrieben wird? Außer den arbeitnehmerfeindlichen Äußerungen klebt er ja auch auf zwei fetten Sesseln, für die er sich auch noch zwei fette Gagen bezahlen lässt."

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