Tirols Postgewerkschaftschef Erwin Zangerl hat die Postamtsschliessungen mit einer einstweiligen Verfügung verzögert. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof die Verfügung aufgehoben. Jetzt legt Zangerl eine Studie zweier Wirtschaftsprüfer vor. Ergebnis: die von der Post AG vorgelegten Zahlen über die Wirtschaftlichkeit der Filialen in Tirol sind einfach falsch.
Als Begründung für die Schließungen legte die Post AG Zahlen vor bei der nur 11 Monate bei den Einnahmen berücksichtigt wurden. Ausgerechnet auf den stärksten Monat, den Dezember hat man "vergessen". Außerdem fehlen auf der Einnahmenseite die Großkunden, die nicht am jeweiligen Standort sondern zentral abgerechnet werden. Bei den Ausgaben war man penibler, alle 12 Monate wurden gegengerechnet.
Laut den Berechnungen der unabhängigen Wirtschaftsprüfer würde zum Beispiel beim Postamt 6040 Innsbruck/O-Dorf statt eines jährlichen Minus von ¤ 63.000 ein Plus von ¤ 67.000 zu Buche stehen.
"Haarsträubend" meint Josef Stingl, stv. Bundesvorsitzender des GLB, diese Umstände. "Nicht nur, dass mit diesen Lügen die Postlerinnen und Postler um ihre Arbeitsplätze gebracht werden, wurde noch dazu die Bevölkerung bewusst manipuliert, um den Unmut der Bevölkerung bei den Schließungen so klein als möglich zu halten."
Stingl sieht in der Handlungsweise der obersten Postbeamten eine grobe Verletzung, bzw. eine bewusste Missachtung des Diensteides. Er verlangt daher die Verantwortlichen gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen.