Tourismus: Arbeitsbedingungen alles andere als gut

Freitag, 06. Mai 2005, 14:08 Uhr

Beitrag von: GLB

Triste Fakten für Tirols Berufstätige, nur jedeR Zweitelaut der diesjährigen AK-Studie "Lage der Arbeitnehmer" in Tirol eine Vollzeitbeschäftigung. AK-Präsident Fritz Dinkhauser vermutet die Schuld bei vielen Betrieben im Bau- und Gastgewerbe, die nur eine gewisse Zeit des Jahres offen halten und bezeichnet diese Branchen als Schmarotzerbranche. Eine vom ÖGB in Auftrag gegebene IMAS-Umfrage bestätigt dies: So werden in der Tiroler Tourismusbranche bei jedem/r siebenten bis achten ArbeitnehmerIn Überstunden nicht abgegolten. Bei einem durchschnittlichen Lohn von zehn Euro "erspart" sich der Tiroler TourismusunternehmerInnen über 12,5 Mio. Euro pro Jahr.

Die Umfrage zeigt, dass es in vielen Betrieben keine Dienstpläne gibt. Die Angestellten müssen oft auf Abruf bereit stehen. Die Arbeitszeit wird häufig gesplittet. Durch die in Tirol ständig steigenden Nächtigungszahlen erhöht sich der Stress für die Angestellten. Denn bei gleich bleibenden Beschäftigungszahlen muss mehr Arbeit geleistet werden.

"Die Arbeitsbedingungen seien eigentlich im Kollektivvertrag gesetzlich geregelt", kritisiert der Landessekretär der Gewerkschaft für Hotel, Gastronomie und Persönliche Dienste, Roland Müller. Die Betriebe sollen sich daran halten, forderte er. Dienstpläne sollen frühzeitig erstellt, Überstunden abgegolten und mehr Personal eingestellt werden. Die Gewerkschaft will eine Geldrückholaktion starten. Die Angestellten sollen sich an die Gewerkschaft oder an die zuständigen Institutionen wie etwa das Arbeitsinspektorat wenden. Der GLB unterstützt diese Aktion.

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