
Triste Fakten für Tirols Berufstätige, nur jedeR Zweitelaut der diesjährigen
AK-Studie "Lage der Arbeitnehmer" in Tirol eine Vollzeitbeschäftigung.
AK-Präsident Fritz Dinkhauser vermutet die Schuld bei vielen Betrieben im Bau- und Gastgewerbe, die nur eine gewisse Zeit des Jahres offen halten
und bezeichnet diese Branchen als Schmarotzerbranche. Eine vom ÖGB in Auftrag
gegebene IMAS-Umfrage bestätigt dies: So werden in der Tiroler Tourismusbranche bei jedem/r siebenten bis achten ArbeitnehmerIn Überstunden
nicht abgegolten. Bei einem durchschnittlichen Lohn von zehn Euro "erspart" sich der Tiroler TourismusunternehmerInnen über 12,5 Mio. Euro pro Jahr.
Die Umfrage zeigt, dass es in vielen Betrieben keine Dienstpläne gibt. Die Angestellten müssen oft auf Abruf bereit stehen. Die
Arbeitszeit wird häufig gesplittet. Durch die in Tirol ständig
steigenden Nächtigungszahlen erhöht sich der Stress für die
Angestellten. Denn bei gleich bleibenden Beschäftigungszahlen muss
mehr Arbeit geleistet werden.
"Die Arbeitsbedingungen seien eigentlich im Kollektivvertrag gesetzlich
geregelt", kritisiert der Landessekretär der Gewerkschaft für Hotel,
Gastronomie und Persönliche Dienste, Roland Müller. Die Betriebe
sollen sich daran halten, forderte er. Dienstpläne sollen frühzeitig
erstellt, Überstunden abgegolten und mehr Personal eingestellt werden.
Die Gewerkschaft will eine Geldrückholaktion starten. Die Angestellten sollen sich an die Gewerkschaft oder an die
zuständigen Institutionen wie etwa das Arbeitsinspektorat wenden. Der GLB unterstützt diese Aktion.