Der (Post)Amtsschimmel wiehert

Freitag, 15. April 2005, 16:04 Uhr

Beitrag von: GLB

37 Postämter werden in Tirol geschlossen. Einige Gemeinden bekommen Landzusteller als Ersatz. Diese "Briefträger" verteilen dann nicht nur die Post, sondern sollen auch Post von der Bevölkerung entgegen nehmen. Notwendig dazu ein Handtuch, dieses müssen die Kunden beim Fenster hinaushängen, damit der Postler kommt.

Wie das? Dazu als Beispiel die Gemeinde Finkenberg: Dort regiert ein findiger Bürgermeister, der über den Postfuchs gut informiert ist. Er wusste über eine Dienstanweisung bescheid, die Postlern nur dann das Betreten von Häusern erlaubt, wenn sie Einschreiben oder Geld abzugeben haben.
So wollte Bgm. Mathias Eberl von der Postdirektion wissen, wie denn die Landzusteller zu den Poststücken der Bevölkerung kommen. Und die Antwort verblüffte: "Ist Post abzuholen sollen die Bürger ein Handtuch heraushängen. Dann würde der Briefträger schon klingeln." Der Sprecher des GLB-Tirol, Josef Stingl, dazu ironisch: "Wenn die Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird, keine Handtücher dazuhängen, sonst könnte der Post wertvolle Arbeitszeit gestohlen werden."

Erwin Zangerl, seines Zeichens oberster Personalvertreter in Tirol bestätigt die Handtuchvariante, die übrigens in Kärnten auch geben soll. Zangerl teilt übrigens das "Privileg des GLB-Postlers Robert Hobek". Auch Zangerl droht eine Klage in Millionenhöhe, da er sich erdreistete die vorgelegten Zahlen der Post AG anzweifelte (immerhin verdienen nach dieser die Mitarbeiter der Postämter jährlich 111.219 Euro, oder 10.110,82 Euro monatlich. ????). Dafür wird im jetzt Imageschädigung vorgeworfen. "Insofern macht der Handtucherlass schon wieder Sinn. Denn wenn die KollegInnen von ihrem Dienstgeber im Regen gestehen lassen werden und die Personalvertreter mit Millionenklagen überschüttet werden, sind Handtücher sicher gefragt", so der GLB-Sprecher.

0 Kommentar(e)



http://imzoom.info/article.php/20061219160451952