Nein zur Arbeitszeitverlängerung! - KJÖ-Positionspapier

Samstag, 09. April 2005, 15:57 Uhr

Beitrag von: GLB

Die Kapitalistenverbände Industriellenvereinigung (IV) und Wirtschaftskammer (WKÖ) gehen mit ihren Grausamkeiten wieder voll in die Offensive. 60-Stunden-Woche, 10-Stunden-Tag, 2-Jahre-Durchrechnungszeitraum - das wollen sie durchpressen, unter dem netten Motto "Arbeitszeit-Flexibilisierung". Wie unschwer zu erraten sind große Teile der Arbeiterschaft, der Angestellten, aber auch der SchülerInnen und StudentInnen gegen diese Verschlechterungen. Wer lässt sich schon gerne aussackeln, damit die Reichen und Superreichen noch mehr einstreifen?

Aber wo bleibt der große Aufschrei? "Die Gewerkschaft wirds schon richten", so der Tenor unter vielen ArbeiterInnen/Angestellten. Eine Gewerkschaft kann aber immer nur so stark sein, wie das ihre Mitglieder wollen. Und dass der ÖGB in der Vergangenheit oft schon faule Kompromisse mit dem Kapital geschlossen hat, brauchen wir wohl nicht erwähnen. Auch viele SchülerInnen/StudentInnen sind bei diesem Thema leider äußerst kurzsichtig, da sie von den geplanten Maßnahmen noch nicht in unmittelbarer Zukunft betroffen sind. Dabei sind aber gerade wir Jugendlichen es, die die Arbeitszeitverlängerung mit aller Härte treffen würde, stehen wir doch erst am Beginn unseres Arbeitslebens.

Bedauerlicherweise hat die Propaganda der Kapitalisten und ihrer Politiker viele Menschen in Österreich schon derart eingeschüchtert, dass viele Werktätige bereit sind, Verschlechterungen hinzunehmen, in der Hoffnung, damit ihren Arbeitsplatz zu sichern. Diese Haltung wird sich aber rächen. Die Behauptung, längere Arbeitszeiten würden Arbeitsplätze schaffen ist eine offensichtliche Lüge, in Wahrheit ist nämlich genau das Gegenteil der Fall. Denn mit der angedrohten "Flexibilisierung" würde das Heer der Erwerbslosen (310.000 Arbeitslose + 51.100 die sich in Schulungen befinden, Daten: Februar diesen Jahres) noch weiter wachsen. Angesichts dieser Arbeitsmarktzahlen muss die Forderung genau gegenteilig lauten: Arbeitszeitverkürzung! Dies würde, nach Meinung prominenter Arbeitsmediziner nicht nur tausende Arbeitsplätze schaffen, sondern könnte gleichzeitig die Produktivität und die Auslastung erhöhen. Das zeigen Beispiele in Betrieben wo die Arbeitszeit von 38,5 auf 34,4 Prozent gekürzt wurde. Das hatte zur Folge, dass die Maschinenauslastung von 70 auf 93 Prozent anstieg und gleichzeitig die Krankenstände zurückgingen.

Dem Kapital geht es aber nicht darum, unsere Arbeitsplätze zu sichern oder gar neue zu schaffen. Und es geht auch nicht darum, wettbewerbsfähig zu bleiben, weil Firmen andernfalls zusperren müssten. Gerade die großen Konzerne machen Gewinne wie selten zuvor, in ihrer unermesslichen Gier und ihrem Streben nach Macht reicht ihnen das aber noch immer nicht. Das zeigt auch, dass es sich bei der derzeit geplanten Arbeitszeitverlängerung nicht um eine einmalige Aktion handeln wird. Geben wir in dieser Auseinandersetzung nach, werden die Kapitalisten immer dreistere Forderungen stellen" so, wie Erpressung eben funktioniert.

Das Prinzip ist demnach einfach und leicht zu durchschauen. Wer aber begreift und nicht handelt, der hat nicht begriffen. Die österreichische ArbeiterInnenklasse und die Jugend müssen sich gegen diese Kampfan-sage der Bourgeoisie zur Wehr setzen. Das wird uns aber auf Dauer nur gelingen können, wenn wir die Macht der Konzerne brechen. Wenn wir nämlich nur um ein Stück vom Kuchen kämpfen und nicht um die ganze Bäckerei, werden wir uns im Kreis drehen. Die Anarchie des freien Marktes mit all seinen Ungerechtigkeiten gilt es durch ein sinnvoll und demokratisch geplantes Wirtschaftssystem zu ersetzen, daran wird kein Weg vorbeiführen.

Die Kommunistische Jugend Österreichs ist bereit, sich an diesem Kampf zu beteiligen und wird die Konfrontation mit dem Kapital und seinen Handlangern nicht scheuen. Wir verstehen uns als die Stimme jener, die sich von der herrschenden Klasse verkauft und ihren Parteien - einschließlich Sozialdemokratie und Grüne - verraten fühlen. Wenn das Kapital seine Pläne bezüglich Ar-beitszeitverlängerung wirklich durchsetzen will, ist es unser klares Ziel, ein breites Bündnis mit ArbeiterInnen, Angestellten und vor allem natürlich der Jugend zu schaffen um gemeinsam den Kampf um unsere Zukunft, unsere Arbeitsplätze und ein menschengerechtes Dasein jenseits des kapitalistischen Profit-Wahnsinns aufzunehmen.

Widerstand für Arbeit und Sozialismus!

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