Erstmals seit der Einführung des Pflegegeldes vor acht Jahren hat die Bundesregierung dieses Pflegegeld angehoben. Die Erhöhung des Pflegegelds um zwei Prozent ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und liegt fernab jeder Realität. Deckt die Pension und das Pflegegeld die Kosten fürs Seniorenheim nicht ab werden die Angehörigen zur Kassa gebeten.
In Tirol kostet ein Heimplatz der Pflegestufe vier durchschnittlich 2.800 Euro monatlich. In den meisten Fällen reicht natürlich Pension und Pflegegeld nicht aus, die Kosten für den Platz im Seniorenheim abzudecken. Dann wird zuerst auf die Vermögenswerte der HeiminsassInnen zurückgegriffen. Sind diese aufgebraucht werden die Kinder - als Dank für ihr von der Politik "gestohlenes Erbe" - zur Kasse gebeten. Sind dann noch immer nicht alle Kosten gedeckt zahlen den Rest Land und Gemeinden über die Sozialhilfe. Im Vorjahr hat Tirol 78 Millionen Euro für Pflegefälle zugeschossen. Für heuer stehen schon mehr als 80 Millionen an Sozialhilfe dafür im Budget.
Der GLB-Tirol verlangt die Erhöhung des Pflegegelds um zumindest die Inflation der vergangenen acht Jahre. Darüber hinaus verlangt der Linksblock, sofort auf die Forderungen der Angehörigen und auf die Regresszahlung der Sozialhilfe zu verzichten. "Nichts ungewöhnliches für Österreich, in Wien ist das Gesetzeslage. Und unser Landeshauptmann Van Staa wird doch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass er in Tirol schlechter wirtschaftet als Häupl in Wien", erklärt der Sprecher des GLB-Tirol, Josef Stingl dazu.