FÜR DIE JUGEND PERSPEKTIVEN SCHAFFEN

Montag, 07. Februar 2005, 13:58 Uhr

Beitrag von: GLB

"Wahnsinn, heute haben wir mehr arbeitssuchende Jugendliche als es Mitte der siebziger Jahre insgesamt an Arbeitslose gab", stellt Josef Stingl, Sprecher des GLB-Tirol schockiert fest. Er führt die Situation in Tirol an, wo 3.668 junge Frauen und Männer im Alter von 16 bis 24 Jahren Ende Jänner 2005 beim AMS als arbeitssuchend gemeldet waren und für die bloß 741 zur Verfügung stehen. "Nur, wir können es uns nicht leisten, dass statt Förderung von Talenten durch Jugendarbeitslosigkeit dieselben verschwendet werden", erklärt Stingl dazu.

Die Gesamtsituation der bei der Arbeitslosigkeit lässt auch nichts Positives aufkommen. Ende Jänner waren in unserem Bundesland 19.279 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind um 2153 mehr als im Dezember 2004. Dazu kommen noch jene, die gerade auf Schulung geschickt wurden und die in der Statistik nicht als Arbeitslose aufscheinen. In ganz Österreich waren waren Ende Jänner 2005 übrigens 316.017 Menschen arbeitslos gemeldet.

Der GLB-Sprecher findet angesichts dieser ernsten Situation, dass die Vorschläge, wie beispielsweise von Industriellenvereinigungsboss Mayr, die wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 60 Stunden zu verlängern, um Überstunden einzusparen und noch mehr Arbeitskräfte "freizusetzen" geradezu eine Provokation sind. Bedauerlicher Weise bringt der "Arbeitslosenminister" Martin Bartenstein diesen Vorschlägen große Sympathie entgegen, statt ein Sofortprogramm für die Wirtschaft zu starten, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, um die Kaufkraft zu stärken und die Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Stingl: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Gesellschaft eine Politik betreibt die der Jugend jede Perspektive raubt." Er verlangt eine rasche, und radikale, Arbeitszeitverkürzung ohne dass es zu Lohn- und Gehaltskürzungen kommt. Er hat auch kein Problem, dass er von manchen für diese Forderungen als Träumer,
Utopist, Uraltsozialist oder als Sozial*zensiert* hingestellt wird. "Denn, Massenarbeitslosigkeit ist auch eine Variante der Arbeitszeitverkürzung, aber die Schlechteste. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnkürzungen im Sinne einer Arbeitsumverteilung ist ein zentrales Instrument für sozialen Frieden und die Ankurbelung des wirtschaftlichen Aufschwungs", so Stingl.

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