GLB zur Arbeitszeitverkürzung: Nicht nur reden, sondern Bewegung schaffen

Dienstag, 08. Februar 2005, 13:57 Uhr

Beitrag von: GLB

"Zeit wirds!", kommentiert Josef Stingl, Sprecher des GLB-Tirol, des Franz Reiters (Tiroler ÖGB-Vorsitzender) Erwachen in Richtung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. "Hätten er; sowie auch die anderen SP-Gewerkschaftsgrößen; die Forderung nach einer nachhaltigen Arbeitszeitverkürzung nicht jahrelang schleifen lassen, würden sie jetzt nicht von den bürgerlichen Medien für die Forderung verhöhnt werden. Ja, die Menschen in Österreich würden sowie in Deutschland oder Frankreich nur mehr 35 Stunden in der Woche buggeln", so Stingl. So aber darf sich Reiter beispielsweise von der Tiroler Tageszeitung ausrichten lassen, dass die Uraltforderung zwar legitim aber ebenso wenig Realität habe, wie IV-Chefs Mayrs Forderung nach 60 Stunden-Wochenarbeitszeit.

Eine Umfrage des GLB-Tirol vom Vorjahr zeigt aber, dass Arbeitszeitverkürzung durchaus nicht verpönt ist: 84,78 Prozent sind der Meinung, dass die Arbeitszeit unbedingt verkürzt gehört. 80,43 Prozent meinen, dass dies bei vollem Lohn passieren müsse.

"Die gestiegene Produktivität ohne Augleich durch Arbeitzeitverkürzung haben den Ausbeutungsgrad für die ArbeiterInnen und Angestellten erhöht und die Taschen der UnternehmerInnen mit höhere Gewinne gefüllt", so der GLB-Sprecher. Der GLB-Tirol unterstützt daher den neuen Schritt Reiters zur Arbeitszeitverkürzung und darauf aufbauend rasch weitere radikale Arbeitszeitverkürzungsschritte. Dies ist nur bei vollem Lohn denkbar, zumal die enormen Produktivitäts- und Leistungssteigerungen der vergangenen Jahre keine Abgeltung bei den Kollektivvertragsrunden erfahren haben.

Reiter muss nur klar sein, wieder nur halbherzig zu brüllen und dann die Forderung für weitere 10 Jahre in der Schublade verschwinden zu lassen, wird das Vertrauen der ArbeiterInnen und Angestellten in die Gewerkschaft sicher nicht reifen lassen. Stingl verweist für den GLB daher nach Frankreich. Dort will die französische Regierung will die 35-Stunden-Woche aushöhlen. Dagegen demonstrieren im ganzen Land eine halbe Million Menschen und gehen mit der Forderung "Höhere Löhne - statt längerer Arbeitszeiten!" in die Offensive.

Allen großen Gewerkschaften und sämtliche linken Parteien hatten für den Kampf auf der Straße aufgerufen und mindestens eine halbe Million Menschen sind dem Ruf gefolgt. Viele GewerkschafterInnen stellten am Abend überrascht fest, dass sie die größte soziale Mobilisierung seit Mitte der 90er-Jahre geschafft hatten. Damals brachte eine andere soziale Bewegung zuerst die Rentenreform und später die Regierung Juppé zu Fall.

In diesen Sinne ruft der GLB-Tirol die FraktionskollegInnen von FSG und FCG im ÖGB auf, schnellstens gemeinsam Gedanken zu machen wie Forderung auch "Fleisch bekommt". Wir brauchen rasche Schritte für eine starke Bewegung für einen Ausgleich der gestiegenen Produktivität durch Arbeitzeitverkürzung bei vollem Lohn zu gestalten.

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