Kundgebung: Freitag,
18.3.2003, 16.00 Uhr
Innsbruck - M.-Theresienstraße (bei der
Annasäule)
Diesen Aufruf unterstützen:
ACUS (Arbeitskreis
Christentum und Sozialismus), AEP (Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft),
ARGE Schubhaft, ATIGF (Föderation d. Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei);
ATTAC-Tirol, DIDF-Jugend (Tirol), DIS (democratic international students),
GLB-Tirol (Gewerkschaftlicher Linksblock), GPA-Tirol (Gewerkschaft der
Privatangestellten), JUSOS (Tirol), KPÖ-Tirol, LINKE (Tirol), Pax Christi,
Plattform Frieden (Tirol), SOAL (Sozialistische Alternative), SP-Frauen (Tirol)
und Einzelpersonen.
Weitere UnterstützerInnen sind willkommen!
Im März 2005 treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs, um über die Lissabonstrategie zu bilanzieren. Ziel dieser Strategie ist, die EU bis zum Jahr 2010 zur Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 zu machen. Alles was dem entgegensteht, soll geschliffen werden: Starke Gewerkschaften und Kollektivverträge, soziale-, Umwelt- und Sicherheitsstandards, kommunale Dienstleistungen und öffentliche Kontrolle der Wirtschaft. Und mit der EU-Verfassung soll die neoliberale Wirtschaftspolitik auch noch Verfassungsrang erhalten. Mit den geplanten Bolkestein-Richtlinien im Binnenmarkt setzt die Kommission auf eine vollständige Deregulierung der gesamten Dienstleistungswirtschaft. Sie bringen den Konzernen maximale Freiheit, während sie den Schutz von KonsumentInnen, der ArbeiterInnen und der Umwelt radikal unterminieren.
Die EU will aber nicht nur Weltwirtschaftsmacht, sondern auch
militärische Weltmacht werden. Deshalb wurde mit dem Head-Line Goal 2010 das
Ziel - Kriegsfähigkeit a la Irakkrieg - festgeschrieben. Deshalb werden die
EU-Schlachtgruppen aufgestellt. Deshalb laufen bis zum Jahr 2010
Rüstungsprogramme im Ausmaß von 550 Mrd. Euro. Und mit der EU-Verfassung sollen
eine Aufrüstungsverpflichtung, ein Rüstungsamt sowie die Selbstermächtigung zu
globalen Militärinterventionen ohne UN-Mandat festgeschrieben werden. Der
Euratom-Vertrag wird über den Anhang in die Verfassung gemogelt. Diese Politik
verschärft auch die Bedrohung durch Atomkraftwerke und Atomwaffen, anstatt sie
endgültig zu beseitigen. Bei der Umsetzung der von den nationalen Eliten
beschlossenen EU-Vorgaben zeigt sich, was diese konkret bedeutet: Pensionen,
Bildung und Gesundheit werden zusammengeschrumpft, 6 Mrd. Euro werden für die
Eurofighter ausgegeben, öffentliche Anteile an österreichischen Betrieben werden
verschleudert, die Neutralität wird kaltblütig entsorgt.
Die EU-BürgerInnen
werden von ihren jeweiligen nationalen Regierungen schamlos belogen - es gäbe
keine Alternative zur EU-weiten Zurechtrichtung im weltweiten Standortwettkampf.
Die gleichen nationalen Eliten bestimmen die EU-Politik.
Am 20. März 2005 jährt sich der Jahrestag des Angriffs der USA auf den
Irak zum zweiten Mal. Die Kriegsgräuel im Irak zeigen, wohin Aufrüstung und
Interventionismus führen. Ist der Iran das nächste Kriegsziel? Soziale
Gerechtigkeit und Frieden können nur durch - weltweite- Aktionen erreicht
werden. Wir haben gemeinsame Interessen mit den Menschen im Nahen Osten. Es sind
unsere Gelder, mit denen die EU-Militarisierung vorangetrieben wird, um mit der
Hegemonie der USA konkurrieren zu können. Es ist der Sozialstaat, der dadurch
abgebaut wird. Unsere Solidarität gilt allen unterdrückten Völkern. Wir lassen
uns nicht spalten und stellen uns gegen jede Form der Diskriminierung und des
Rassismus, insbesondere gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.
Wir
schließen uns der Forderung der sozialen Bewegungen auf dem Weltsozialforum in
Mumbai vom Jänner 2OO4 nach dem �sofortigen Rückzug aller Besatzungstruppen und
dem Recht der IrakerInnen auf Selbstbestimmung� an.�
Wir fordern
deshalb:
Truppen raus aus dem Irak! Katastrophenhilfe statt
Kriegseinsätze!
Einen gerechten Frieden im Nahen Osten und Weg mit der Mauer
in Palästina!
Keine Festung Europa! Volle Einhaltung der Genfer
Flüchtlingskonvention! Anerkennung von Deserteuren aus (US und EU)
Großmachtsarmeen als Konventionsflüchtlinge.
Ja zur Neutralität! Keine
Teilnahme an den EU-Schlachtgruppen! Keine Aufrüstungsverpflichtung! Sofortiger
Ausstieg aus der Rüstungsagentur!
Nein zur EU-Verfassung!
Volksabstimmung!
Erhaltung des öffentlichen Eigentums an strategischen
Wirtschaftsbetrieben! Erhaltung der kommunalen Versorgung von Diensten im
allgemeinen Interesse!
Umverteilung der Einkommen von Oben nach Unten!
Sofortige Anhebung der skandalös niedrigen Fraueneinkommen! Flächendeckende
Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen!
Die Durchsetzung des Rechts auf
sinnvolle Arbeit und menschenwürdiges Einkommen für Alle, Ausbau der sozialen
Standards und Selbstverwaltung der Sozialversicherungen!
Sofortiger Ausstieg
aus dem Euratom-Vertrag! Schluss mit der atomaren Bedrohung!
Austrian Social Forum - Vorbereitungsgruppe (Innsbruck) "Internationaler
Aktionstag"
Kontakt: plattform.frieden@gmx.at Telefon: 0676/ 630 5500