Prosit 2006: Neues Jahr, neue Belastungen!

Samstag, 31. Dezember 2005, 08:48 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

"Wie alle Jahresanfang´ wieder, müssen wir mit 1. Januar 2006 tiefer in unsere Taschen greifen", meldet sich Josef Stingl, stv. Vorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB), am letzten Tag des Jahres 2005 zu Wort. "Dazu kommt die Regierung tut alles (Privatisierung, "Versklavungs"-Scheck, Personalkürzungen im öffentlichen Bereich, etc.), dass die steigende Arbeitslosigkeit noch rasanter steigt. Die Tatsache, dass es in den meisten anderen EU-Staaten gleich geschieht, ist kein Trost."

Die inländische Kaufkraft ist der Schlüssel zu mehr Wachstum und Beschäftigung, und diese wiederum hängt ganz wesentlich von den Löhnen und Gehältern ab. Anderes als die Redakteure der heutigen Tageszeitungen bewertet Stingl die Lohn- und Gehaltserhöhungen des alten Jahres. Es stimme schon, dass heuer bei den Metallern eine Drei vor der Kommastelle stehe, aber die restlichen Branchen hätten niedriger abgeschlossen. Außerdem liege die Inflationsrate auch weit höher als in den letzten Jahren., die Heizkosten seien explodiert, die Mieten, in Tirol beispielsweise hätte astronomische Höhen erreicht. "Trotzdem, ich wünsche im Namen des GLB allen einen guten Rutsch und Gesundheit im Jahr 2006!"

Zum Abschluss wieder unser ABC:

A wie Arbeitslosigkeit
Das Jahr 2006 beginnt mit Rekordarbeitslosigkeit.

B wie Bausparen
Die staatliche Prämie wird von 3.5 auf 3 Prozent gesenkt, ein Minus von 14,29 Prozent.

D wie Dienstleistungsscheck
Am Postamt (falls es dieses vor Ort noch gibt) oder in der Trafik kann unterbezahlte und prekäre Hausarbeit per Scheck eingelöst werden. Wer eine Haushalts- oder Gartenkraft für wenig Geld und ohne sozialrechtliche Absicherung buchen will, kauft einfach einen so genannten Dienstleistungsscheck. Dieser € 10,- billige Freifahrschein für den forcierten Ausbau der prekären Beschäftigungsverhältnisse versetzt den oder die Käufer in die Lage, haushaltstypische Dienstleistungen wie Reinigung, Kinderbeaufsichtigung oder Gartenarbeiten zu einem Preis unterhalb der Geringfügigkeitsgenze (derzeit Euro 456,38 pro Monat) konsumieren zu können.

D wie Deutschkurse
Die Pflicht-Deutschkurse für MigrantInnen werden von 100 auf 300 Stunden angehoben. Die Kosten steigen damit natürlich auch.

E wie Einbürgerung

ÖsterreicherIn werden wird schwieriger Mindestens 6 Jahre Wartezeit, durchgehender Aufenthalt und ein abgesichertes Einkommen in den letzten 3 Jahren vor der Einbürgerung werden Pflicht.


H wie Heilbehelfe
Der Selbstbehalt für Heilbehelfe steigt um 80 Cent auf € 25,-, ein Plus von 3,06 Prozent.

L wie Lebensversicherung

Prämienerhöhung oder geringerer Auszahlungsbetrag, Der Garantiezins für neue Verträge wird von 2,75 auf 2,25 Prozent abgesenkt, ein Minus von 18,18 Prozent.

L wie Licht am Tag

Wer "Ohne Licht am Tag" fährt muss ab 15. April mit € 15,- rechnen.

M wie Medikamentgebühr

Die Rezeptgebühr steigt um 15 Cent auf € 4,60, ein Plus von 3,33 Prozent.

P wie Post-Pakete
Inlandspakete werden um 20 bis 60 Cent teurer. Bei Auslandspaketen wird der Fixbetrag um 60 Cent erhöht, ein Plus von 5,36 Prozent.

R wie Rauchen
Etwas härtere, aber nicht wirklich harte Zeiten brechen kommendes Jahr für Raucher an. Der Finanzminister will, dass alle Zigarettenschachtel mindestens € 3,30 kosten.

Z wie Zukunftsvorsorge
Jetzt wo sich zahlreiche ÖsterreicherInnen bei der staatlich geförderten Privatisierung der Altersvorsorge gefangen sind wird die staatliche Prämie von 9 auf 8,5 Prozent gesenkt, ein Minus von 5,56 Prozent.

Im Übrigen sind in dem Belastungs-ABC nicht die Neubelastungen der Länder und der Gemeinden berücksichtigt und wir erheben auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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http://imzoom.info/article.php/2006121308483669