Mair und Schwarzl fordern öffentliche Verantwortung für Stadtentwicklung ein
"Das Stadtmarketing kann nur so gut arbeiten, wie es die Eigentümer zulassen. Rahmenbedingungen und Steuerung werden von diesen gemacht" kritisiert der GRÜNE Gemeinderat Gebi Mair den angekündigten Rückzug der Stadt aus dem Innsbrucker Stadtmarketing. "Wenn Hilde Zach den Rückzug der Stadt ankündigt, kann das nur das Eingeständnis ihres eigenen Versagens als Eigentümerin sein." Für die GRÜNEN ist der Rückzug, der weder mit dem FI-besetzten Aufsichtsrat noch mit den Koalitionspartnern abgesprochen war, die falsche Reaktion auf berechtigte Kritik am Stadtmarketing.
"In der Gründungssatzung des Stadtmarketings wurde als Ziel festgehalten, den Lebens- Arbeits- und Wirtschaftsraum Innsbruck zu stärken und die Standortattraktivität zu erhöhen. Soweit die Theorie" weist die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre hin. "In der Realität ist das Stadtmarketing jedoch immer mehr zu einer Event- Agentur der Bürgermeisterin verkommen. Das zeigt sich auch daran, dass die Stadt zwar Minderheitsaktionärin aber Hauptzahlerin ist. Die Bürgermeisterin wünscht - das Stadtmarketing spielt."
Diese Entwicklungen waren bereits 2004 im Bericht der Kontrollabteilung kritisiert worden. Die Kontrollabteilung hatte klargelegt, wie es den Eigentümern nicht gelungen ist, zu definieren, was das Stadtmarketing eigentlich sein sollte. Kontrollausschuss und Gemeinderat haben damals einstimmig gefordert, die Steuerung durch die Stadt zu präzisieren, erinnert Uschi Schwarzl.
"Ein Rückzug ist eine Absage an jede öffentliche Steuerung" sind die GRÜNEN alarmiert. "Hilde Zach stiehlt sich selbst aus der Verantwortung. Und gleichzeitig degradiert sie die AkteurInnen zu BittstellerInnen bei der Bürgermeisterin, die milde Gaben gewährt" kann Gebi Mair mit dem angekündigten Rückzug aus der konzeptiven Verantwortung für ein integriertes Stadtmarketing wenig anfangen.
"Wir GRÜNE wünschen uns ein integriertes Stadtmarketing und sogar Stadtteilmarketing" macht Uschi Schwarzl ihre Vorstellungen deutlich. "Wir brauchen nicht nur eine Einbindung des wirtschaftlichen, sondern auch des sozialen und kulturellen Umfelds. Das ist ein neuer, kooperativer Ansatz von Stadtentwicklung." Es müsse Schluss mit der Tendenz gemacht werden / "sich vom Kreativitätspool Stadtmarketing, ohne selbst aktiv zu werden, bedienen zu lassen" /, wie die Kontrollabteilung schreibt. Nur so könne aus der bürgermeisterlichen Event-Agentur ein modernes Instrument der Stadtentwicklung werden, schließt Schwarzl