ÄrztInnen den Rücken stärken!

Dienstag, 05. Dezember 2006, 14:15 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Schiessling: Zanon dividiert ärztliches Personal und PatientInnen auseinander

Einen Affront gegenüber den Ärztinnen und Ärzten am Innsbrucker Landeskrankenhaus sieht SP-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling in der Behauptung von LHStvin Elisabeth Zanon, "kein Arzt sei überlastet". Ihr ist "schleierhaft", wie Zanon zu dieser Diagnose komme.

"Wer die Realität an der Innsbrucker Klinik kennt, weiß, dass Überlastung ein Stück Alltag für viele Ärztinnen und Ärzte ist", sagt Schiessling und nennt zwei Hauptgründe dafür: Es gibt zu wenig Bundespersonal und der bürokratische Aufwand ist enorm (ein Viertel der Arbeitszeit geht für Dokumentation auf).

Schuld an der Misere sei nicht zuletzt die Bildungspolitik von Ministerin Elisabeth Gehrer. "Die Abtrennung der medizinischen Universität hat eine Menge Verwaltungsposten geschaffen, was Geld kostet. Notwendige Stellen für BundesärztInnen fallen dem zum Opfer", diagnostiziert Schiessling. Damit werde so mancher wissenschaftlichen Laufbahn das Wasser abgegraben. "An erster Stelle steht immer die Versorgung der PatientInnen - und das ist auch gut so. Wenn zu viel Arbeit anfällt, bleibt die Forschung auf der Strecke."

Schiessling kritisiert auch die relativ schlechte Bezahlung der Ärzte und Ärztinnen. "Wer über die Runden kommen will, muss Nachdienste machen. Da bleibt weder Zeit noch Energie für wissenschaftliches Arbeiten übrig."

Die SP-Gesundheitssprecherin fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Land Tirol und medizinischer Universität, nicht zuletzt um Verdienst und Arbeitsbedingungen zwischen Bundes- und LandesärztInnen anzugleichen.

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